Mittwoch, 27. Juni 2018

Vater von getöteter 7-Jähriger flieht aus Bozner Gefängnis

Der brutale Mord an der kleinen Hadishat (7) schockierte ganz Österreich. Nun soll der Vater der am 11. Mai in Wien-Döbling erstochenen 7-Jährigen, der zuletzt im Gefängnis in Bozen eine Haftstrafe wegen Schlepperei verbüßt hat, von einem genehmigten Freigang nicht zurückgekehrt sein. Familienmitglieder des mutmaßlichen Täters fürchten Rache.

Der Vater des getöteten Mädchens soll aus dem Bozner Gefängnis geflohen sein.
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Der Vater des getöteten Mädchens soll aus dem Bozner Gefängnis geflohen sein. - Foto: © LPA

Der Rechtsvertreter der Familie, Nikolaus Rast, bestätigte der APA einen Bericht der „Kronen Zeitung”. Rast betonte, aus diesem Umstand lasse sich kein Bedrohungsszenario ableiten.

Laut „Krone” fürchten Familienmitglieder des mordverdächtigen, in U-Haft befindlichen 16-Jährigen und dessen Verteidigerin Liane Hirschbrich um ihr Leben. Der 16-Jährige war nur wenige Tage nach der Tat festgenommen worden (STOL hat berichtet)

Es gibt allerdings keine Hinweise, dass der Vater des getöteten Mädchens nach Österreich geflüchtet ist. Vermutlich hat sich der gebürtige Tschetschene in seine Heimat abgesetzt, wo seine Tochter bestattet wurde.

„An Blutrache nicht interessiert“

„Die Familie ist an Blutrache nicht interessiert. Sie distanziert sich davon. Sie leben nach den Regeln der österreichischen Rechtsordnung und gehen davon aus, dass die Strafverfolgung Aufgabe der Behörden ist“, betonte Rast.

Der Vater des Mädchens war in Italien zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Psychologische Betreuung soll der Inhaftierte nach dem Tod seiner Tochter jedoch Medienberichten zufolge keine erhalten haben. Als er einen fünftägigen Freigang gewährt bekam, nutzte er diesen zur Flucht. Ob die Sicherheitsvorkehrungen für den Tatverdächtigen und seine Anwältin erhöht wurden, ließ sich nicht klären. Das Bundeskriminalamt erteilte dazu auf Anfrage keine Auskunft.

Schreckliches Verbrechen

Die kleine Hadishat (7) war am 11. Mai verschwunden und zuletzt am Spielplatz im Innenhof gesehen worden, ehe am Samstagmorgen, 12. Mai, die Leiche des Mädchens in Plastik gewickelt in einem Müllcontainer entdeckt wurde. Der 16-Jährige mutmaßliche Täter soll das Kind erstochen haben (STOL hat berichtet).

stol/apa

stol