Montag, 08. Januar 2018

Verführung, Betrug, Kinderpornos: Cyberkriminalität in Südtirol

Ein Leben ohne Smartphone, Tablet oder Notebook ist heute nicht mehr vorstellbar. Jederzeit und überall verbunden – so das Motto. In diesem Zeitalter hat die Post- und Kommunikationspolizei alle Hände voll zu tun, um der Internetkriminalität in Südtirol und dem Trentino Einhalt zu gebieten.

Auch Südtirol ist vor Cyberkriminalität nicht gefeit.
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Auch Südtirol ist vor Cyberkriminalität nicht gefeit. - Foto: © shutterstock

Der Jahresbericht der Post- und Kommunikationspolizei Bozen am Montag zeigt, dass auch 2017 bei Weitem nicht jeder gegen Internetkriminalität gewappnet ist, obwohl immer wieder davor gewarnt wird.

4 Verhaftungen wegen Verführung Minderjähriger im Netz

Weiterhin verbreitet ist das Phänomen der Verführung Minderjähriger im Internet: Im Jahr 2017 wurden in Trentino und Südtirol diesbezüglich 4 Personen verhaftet. Die Ermittlungen unter dem Codenamen „Orco del Lago“ starteten im März und führten zunächst zu einer Verhaftung, anschließend zu 3 weiteren – allesamt in der Region. Die verhafteten Personen hatten einen Minderjährigen im Netz mittels der sozialen Netzwerke verführt und anschließend sexuell missbraucht.

87 Personen wurden wegen Online-Kinderpornografie auf freiem Fuß angezeigt.

In ihrem Bericht streicht die Post- und Kommunikationspolizei zudem die Ermittlungen „Black Shadow“ hervor, im Rahmen derer ein Verbrecherring aufgespürt wurde. Diesem wurde die Herstellung, Verbreitung und der Besitz von kinderpornographischem Material nachgewiesen.

47 Durchsuchungen in ganz Italien führten zu 10 Verhaftungen, eine davon in der Provinz Trient. Dort erfolgte die Festnahme auf frischer Tat: Die verhaftete Person hatte große Mengen an Material bei sich zu Hause, das durch die sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen hergestellt wurde.

Mehrere Anzeigen wegen finanzieller Cyberkriminalität

28 Personen wurden wegen Verleumdung im Internet, Cyberstalking, der illegalen Verarbeitung personenbezogener Daten und Personenaustausch angezeigt.

Doch nicht nur im sozialen Bereich musste die Post- und Kommunikationspolizei gegen Cyberkriminalität vorgehen, auch in der Finanz waren Bösewichte tätig: Mit immer weiterentwickelten Hacking-Techniken, etwa durch den Einsatz von Schadsoftware eingepflanzt in Phishing-Techniken, wurden vermehrt Internetbenutzer angegriffen, besonders im Bereich der Geschäftsbeziehungen.

Der Zweck solcher krimineller Organisationen besteht laut Post- und Kommunikationspolizei darin, sich in die Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen einzuschleusen, indem sie die Beträge auf die Giro-Konten von Kriminellen umleiten. In diesem Zusammenhang wurden 3??Personen identifiziert und auf freiem Fuß angezeigt. 

In Sachen Internet-Betrug im Zusammenhang mit E-Commerce und der unrechtmäßigen Verwendung von Kreditkarten gingen im vergangenen Jahr 360 Anzeigen ein, die in 110 Anzeigen auf freiem Fuß endeten. 

Sensibilisierung von Jugendlichen im Fokus

Die Post- und Kommunikationspolizei engagiert sich seit mehreren Jahren in Kampagnen zur Sensibilisierung und zur Vorbeugung von Risiken und Gefahren im Zusammenhang mit der Nutzung des Internets, insbesondere für junge Generationen, unter anderem mit der Aktion „Una vita da social“.

Im Jahr 2017 haben die Beamten im Trentino-Südtirol 221 Treffen in den Schulen, mit Eltern und Verbänden durchgeführt, an denen etwa 32.000 Personen miteinbezogen wurden. 

stol

stol