Freitag, 1. April 2022

Vertrauen in Politiker auf dem Tiefpunkt

„So denkt Südtirol“ – so lautet der Titel einer Studie des Landesstatistik-Instituts Astat, die im Februar dieses Jahres durchgeführt wurde. Die Ergebnisse sind erstaunlich.

29 Prozent der Personen in Südtirol, die zur Wahlurne gehen, sind von der abgegebenen Stimme nicht mehr überzeugt. - Foto: © shutterstock

Die wichtigsten Ergebnisse vorab: 97 Prozent der Südtiroler finden, dass die Thematik Gesundheit und Gesundheitsdienst Vorrang hat, 29 Prozent der wählenden Personen sind nicht mehr von der gewählten Partei überzeugt, 82 Prozent wünschen sich, dass die lokale Politik mehr gegen hohe Wohnungspreise tut und 88 Prozent haben großes Vertrauen in die Ärzte.

Nur Kategorie der Ärztekonnte beim Vertrauen zulegen

Und nun im Detail: 8 von 10 Personen fordern von der Südtiroler Politik größere Anstrengungen gegen die hohen Wohnungspreise. Etwa 6 von 10 Südtiroler wünschen sich auch größere Bemühungen in den Bereichen Gesundheitswesen, Altenpflege und Maßnahmen, um den Flächenverbrauch zu beenden.

Schule und Weiterbildung sowie Umwelt und Nachhaltigkeit sind ebenfalls wichtige Bereiche, auch wenn 4 von 10 Personen der Meinung sind, dass letztere ein gleichzeitiges Engagement auf breiterer, sogar globaler Ebene erfordert.

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Die Unterstützung der Wirtschaft, der Schutz der Sprachminderheiten und die ethnische Koexistenz sind wichtige Themen, an denen schon stark gearbeitet wurde, es müsse aber darauf geachtet werden, dass die bereits erreichten Ziele erhalten bleiben, heißt es in der Astat-Studie.


Vertrauen in lokale Institutionen gesunken, in den italienischen Staat und die EU hingegen gestiegen

Die Studie zeigt, dass sich das Vertrauen in die lokalen Institutionen verschlechtert. Im Vergleich zu 2018 hat das Vertrauen in die Wohnsitzgemeinde, die Provinz und die Region abgenommen. Der italienische Staat, der zuvor sehr niedrige Werte hatte, und die Europäische Union, holen hingegen etwas auf.

Das Urteil über viele der Personengruppen, die das öffentliche Leben bestimmen, wird immer schlechter: Vor allem über Beamte, Lehrer, Gewerkschaftsvertreter und Geistliche. Was das Vertrauen in Journalisten und Wissenschaftler anbelangt, so bleibt dieses hingegen stabil.
Die einzige Kategorie, die Vertrauen dazugewinnen konnte, ist die der Ärzte.

Auf einem absoluten Tiefpunkt angelangt ist hingegen das Vertrauen in die Politik. 29 Prozent der Personen, die zur Wahlurne gehen, sind von der abgegebenen Stimme nicht mehr überzeugt. Einige von ihnen werden laut Astat-Erhebung in Zukunft wieder die gleiche Partei wählen, andere schauen hingegen, wer zum Zeitpunkt des Wahlganges das „kleinere Übel“ ist.

Im Gegensatz dazu sind 21 Prozent der Südtiroler von ihrer Wahl überzeugt.

stol

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