Donnerstag, 21. Juli 2016

Viele Verkehrstote in Südtirol - VZS warnt

Südtirol gilt oft als Spitzenreiter im Vergleich zum restlichen Staatsgebiet - in vielen Statistiken liegt Italiens nördlichste Provinz ganz vorne. In diesem konkreten Fall sind die Werte aber alles andere als ein Grund zur Freude. Die durchschnittliche „Sterberate" – bezogen auf Verkehrstote – liegt über dem italienischen Durchschnitt.

Die "Sterberate" bei Verkehrsunfällen liegt in Südtirol über dem nationalen Durchschnitt.
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Die "Sterberate" bei Verkehrsunfällen liegt in Südtirol über dem nationalen Durchschnitt.

Diese Woche hat das nationale Statistikinstitut einen Bericht über die Verkehrsunfälle 2015 vorgelegt – darauf machte am Donnerstagnachmittag die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) aufmerksam.

Und die Zahlen haben es in sich: Zum ersten Mal seit 2001 gab es - italienweit - wieder mehr Verkehrstote, wobei die Anzahl der Unfälle insgesamt jedoch gesunken ist.

2015 starben 36 Menschen auf Südtirols Straßen

Auf den Südtiroler Straßen sowie im benachbarten Trentino fährt es sich dabei noch einmal mit mehr Risiko, so die Verbraucherzentrale: liegt die durchschnittliche „Sterberate“ in Italien bei 5,6 Toten je 100.000 Einwohner (insgesamt waren es 4.114 Verkehrstote), sind es in der Provinz Bozen-Südtirol 6,9 (36 Verkehrstote) und in Trient 7,8 (42 Verkehrstote).

Auch der Trend ist beunruhigend: im Zeitraum 2010 bis 2015 lässt sich in Südtirol eine Zunahme der Verkehrstoten um 20% ablesen - in Trient waren es sogar knapp 45%.

Die Wirksamkeit der zahlreichen Kampagnen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr muss angesichts dieser Zahlen zumindest bezweifelt werden, stellt die VZS fest.

Handynutzung ist Gefahr

Aufschlussreich ist auch die Statistik zu den von Polizei, Carabinieri und Gemeindepolizei verhängten Strafen: obwohl die genauen Vergleichszahlen nicht im Bericht aufscheinen, schreibt das ISTAT von einer überaus starken Zunahme der Strafen für Handynutzung am Steuer.

Allein die Polizei vermeldet eine jährlich Zunahme von 20 Prozent der für diese Zuwiderhandlung ausgestellten Strafmandate.

Das ISTAT legt zwar keine direkten Zahlen über das Handy als Unfallverursacher vor, die Zunahme müsse aber nachdenklich mache, so die Verbraucherzentrale in ihrer Aussendung. Das Handy sei ein großer Ablenkungsfaktor, und abgelenkt fahren, könne weitreichende Folgen haben, warnt due VZS.

Bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h würden 2 Sekunden Ablenkung, bedeuten, dass man erst nach 12 Metern zum Stehen komme: das sei die Länge eines Busses.

VZS möchte sensibilisieren

Die VZS will deshalb in diese Richtung Sensibilisierungsarbeit leisten und hat dafür einen Aufkleber entwickelt und meint „Der Aufkleber auf der Stoßstange des vorderen Fahrzeugs wird vielleicht den Einen oder die Andere dazu bringen, das Handy für die Dauer der Autofahrt in der Tasche zu lassen“.

Handy-Weg vom Steuer, sagt die Verbraucherzentrale Südtirol. - Foto: VZS

Die Aufkleber sind in allen Geschäftsstellen der VZS kostenlos erhältlich.

stol

stol