Dienstag, 05. Mai 2020

Vinschger Bahn: In 15 Jahren von Null auf 2 Millionen Fahrgäste

Genau vor 15 Jahren, am 5. Mai 2005, fuhr erstmals wieder eine Bahn von Meran nach Mals. Inzwischen nutzen jährlich 2 Millionen Fahrgästen die Bahn. Nun wird sie elektrifiziert.

Feierstunde und großer Bahnhof in Mals bei der Inbetriebnahme der Vinschger Bahn mit dem damaligen LH Luis Durnwalder und Ehrengästen am 5. Mai 2005.
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Feierstunde und großer Bahnhof in Mals bei der Inbetriebnahme der Vinschger Bahn mit dem damaligen LH Luis Durnwalder und Ehrengästen am 5. Mai 2005. - Foto: © STA/Arno Pertl
Im Vinschgau wurde am 5. Mai 2005 eine neue Ära eingeläutet. An diesem Tag fuhr erstmals wieder eine Eisenbahn durchs Tal. Eine Festgarnitur fuhr von Meran aus nach Mals, vollgepackt mit Ehrengästen aus Politik, Gesellschaft und Kirche. Der damalige, inzwischen verstorbene Bischof Wilhelm Egger segnete die neue Garnitur und ihre Passagiere. Und der damalige Landeshauptmann Luis Durnwalder übernahm die obligate Banddurchtrennung.

Rund um die offizielle Inbetriebnahme wurden auch weitere Veranstaltungen wie Konzerte, Ballett oder Fotowettbewerb angeboten. Auch an den einzelnen Bahnhöfen gab es ein buntes Programm. Die Bürger nahmen zahlreich daran teil.

Der Beginn einer Erfolgsgeschichte

Damit nahm das seinen Anfang, was heute wohl zu Recht als Erfolgsgeschichte angesehen werden kann: 15 Jahre später erfreut sich die Bahn bei Pendlern, Schülern und Gästen größter Beliebtheit; mittlerweile werden rund 2 Millionen Fahrgäste pro Jahr gezählt. Mit der Elektrifizierung der Bahn, die nach Abschluss der Arbeiten mit neuen Zuggarnituren mehr Platz und mehr Komfort bietet, wird das nächste Kapitel in der Geschichte der Vinschger Bahn aufgeschlagen.

Schon 1906 nahm alles seinen Anfang

Bereits seit dem 1. Juli 1906 verband eine Eisenbahn vier Mal täglich Meran mit Mals. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges übernahmen die italienischen Staatsbahnen den Betrieb der Vinschger Bahn, die jedoch ihre Strukturen verschlanken wollten. So rollte im Vinschgau am 9. Juni 1990 der letzte Zug durchs Tal.

Im neuen Jahrtausend Motor für Gesellschaft, Wirtschaft und Tourismus

Über 10 Jahre später übernahm das Land Südtirol die Bahnstrecke. In dessen Auftrag brachte die landeseigene STA Südtiroler Transportstrukturen AG die gesamte Strecke auf den neuesten Stand und kaufte modernes Rollmaterial an.

Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider sagt: „Der große Erfolg der Vinschger Bahn war damals kaum abzusehen. Heute ist die Bahn aus dem täglichen Leben des Tales nicht mehr weg zu denken. Vor allem Schüler, Pendler und Touristen fahren regelmäßig mit der Bahn durch den Vinschgau und verzichten auf das eigene Auto.“ Damit sei die Vinschger Bahn nicht nur ein wichtiger Baustein in der nachhaltigen Mobilität, sondern „Motor für die Gesellschaft, die Wirtschaft und den Tourismus im ganzen Tal.“

Neues Kapitel: Elektrifizierung der Vinschger Bahn

Nachdem die Kapazitätsgrenze der 11 Dieselzüge mit rund einer Million abgewickelter Kilometer längst erreicht ist, hat die Landesregierung im Dezember 2014 beschlossen, die Vinschger Bahnlinie zu elektrifizieren. Nach Abschluss der Arbeiten, voraussichtlich Ende 2022, rollen dann – wie schon im restlichen Land – sechsteilige Zuggarnituren durch das Tal. Diese bieten den Fahrgästen mehr Platz und mehr Komfort. „Außerdem wird es dann möglich sein, ohne Umstieg und ohne technische Einschränkungen direkt von Mals nach Bozen und weiter nach Innsbruck bzw. nach Lienz und Ala fahren zu können. Damit wird ein neues Kapitel in der Geschichte der Vinschger Bahn aufgeschlagen“, sagt Landesrat Alfreider.

lpa/ds

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