Sonntag, 30. Mai 2021

Von der Millionenerbin, die ihr Geld an die Gesellschaft zurückgeben will

In absehbarer Zeit wird Marlene Engelhorn wohl einen 2-stelligen Millionenbetrag erben. Was sie damit zu tun gedenkt, ist allerdings alles andere als alltäglich: Rund 90 Prozent des Geldes will die 29-jährige Germanistik-Studentin spenden – und: Sie macht sich für die Einführung einer Vermögenssteuer stark.

Marlene Engelhorn hat einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Nicht zuletzt deshalb will die junge Frau ihr Geburtenglück mit anderen teilen.
Marlene Engelhorn hat einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Nicht zuletzt deshalb will die junge Frau ihr Geburtenglück mit anderen teilen. - Foto: © screenshot/youtube
Marlene Engelhorn ist die Enkelin der aus Wien stammenden und in der Schweiz lebenden Traudl Engelhorn-Vechiatto (94), deren Vermögen laut Forbes auf 4,2 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Seit 2 Jahren weiß die junge Frau, dass sie einmal Millionen erben wird – und zwar im 2-stelligen Bereich.

So richtig freuen kann sich die Germanistik-Studentin darüber aber nicht. „Ich habe für das Geld keinen Tag gearbeitet und zahle für den Erhalt keinen Cent Steuer. Das kann es doch nicht sein“, sagte Engelhorn jüngst in einem Interview mit dem „Standard“. Darum hat die junge Frau einen Entschluss gefasst: Sie will rund 90 Prozent ihres Erbes verschenken und an jene verteilen, die weniger Geburtenglück hatten wie sie selbst.

Gleichzeitig setzt sich Marlene Engelhorn jedoch auch vehement für die Einführung einer Vermögenssteuer ein und macht damit auf die äußerst ungleiche Verteilung des Geldes und der Güter in Österreich aufmerksam. „Das reichste Prozent der österreichischen Haushalte besitzt fast 40 Prozent des gesamten Vermögens“, so die künftige Erbin.

Und gerade dieses Vermögen solle versteuert und der Überschuss damit demokratisch verteilt werden. Die Tatsache, dass sie nämlich allein darüber entscheiden könne, wie viel von ihrem Vermögen sie an wen abgibt, habe mit Demokratie nur wenig zu tun, ist Engelhorn überzeugt.

Daher versucht sie nun, die Zeit bis zum Antritt ihres Erbes zu nutzen und sich mit anderen Gleichgesinnten auszutauschen und zu vernetzen – nicht zuletzt, um ihrem Anliegen in breiterem Rahmen eine Stimme zu geben.

stol