Samstag, 27. Juni 2015

Wanderer stürzten in der Nacht im Zillertal aus 150 Metern ab

Mit viel Glück haben zwei niederländische Bergsteiger in der Nacht auf Samstag einen Absturz im steilen Gelände am Grundschartner im Zillertal überlebt.

Foto: © D

„Der Sturz wäre tödlich ausgegangen, wenn in der Rinne nicht der Schnee den Aufprall gedämpft hätte“, sagte Michael Knauer von der Bergrettung Mayrhofen zur APA.

Bis zur Rettung mussten die beiden Mitte-Dreißigjährigen bis zum Morgen ausharren.

Die beiden Männer brachen erst am Nachmittag zu ihrer Tour auf und erreichten den Gipfel gegen 21.30 Uhr. Beim Abstieg schlugen sie den falschen Weg ein, einer der beiden Männer stürzte über 150 Meter ab. Dabei zog er sich Kopfverletzungen zu. Sein Kollege versuchte ihm zu helfen und stürzte ebenfalls ab. Er erlitt nur leichte Verletzungen.

Die Grundschartner Nordkante gilt als schwieriger Kletterberg. „Wenn wir diese Tour machen, brechen wir zwischen vier und fünf Uhr morgens auf“, sagte Knauer. Die beiden Männer hätten so ziemlich alles falsch gemacht, was man tun könne. Sie hätten am Gipfel bleiben sollen oder bereits dort Hilfe anfordern, präzisierte der Bergretter.

So mussten 15 Mann der Bergrettung Mayrhofen, die gegen 23.30 Uhr alarmiert worden waren, in der Dunkelheit über Schneefelder und steiles Gelände den schwierigen Aufstieg bis zum Gipfel machen.

Die beiden Holländer hatten ihre Position zudem falsch angegeben, berichtete Knauer.

Die Bergretter folgten deshalb deren Spuren vom Gipfel weg und fanden die beiden schließlich gegen 4.00 Uhr in einer Rinne.

Bergen konnten sie die Männer aber nicht, die Bergretter befürchteten bei einem Abstieg Steine loszutreten und die Holländer zu gefährden. Die beiden Verletzten wurden eine Stunde später mittels Tau vom Notarzthubschrauber Christophorus 1 geborgen und ins Krankenhaus Schwaz geflogen.

apa

stol