Außerdem zeigen sie auf, was künftig zu einem Problem werden könnte und welches die häufigsten Ursachen für schwere Unfälle sind.<BR /><BR />In Italien ist die Zahl der Toten von 7096 im Jahr 2001 auf 2395 im Jahr 2020 zurückgegangen, in Südtirol von 97 im Jahr 2001 auf 31 im Jahr 2020 (Luttach: 7 Tote). <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="755072_image" /></div> <BR />Zu den größten Risikofaktoren für schwere Unfälle zählen laut Carli Alkohol- und Drogenkonsum, riskante Überholmanöver, überhöhte Geschwindigkeit oder bei Rot über die Ampel zu fahren.<BR /><BR />Der Rückgang bei der Zahl der Verkehrstoten hat viele Ursachen, sind sich die Experten einig. Erstens sind die Autos seit 2001 sicherer geworden, erklären Dorfer und Carli. Man denke nur an die moderneren Bremssysteme. Bei Unfallhäufungspunkten interveniert das Land – wie etwa auf der MeBo: Laut dem Abteilungsdirektor für Tiefbau, Philipp Sicher, wurde zum Beispiel in der gefährlichen S-Kurve zwischen Vilpian und Nals die erlaubte Geschwindigkeit von 110 km/h auf 90 km/h reduziert, zudem sei eine Blinklichtkaskade angebracht worden. Seither gebe es dort weniger Unfälle und wenn, dann mit glimpflicheren Folgen.<BR /><BR />Auch die kontinuierlichen Kontrollen der Polizeikräfte spielen bei der Unfallvorbeugung eine wichtige Rolle, betont Carli. „Steht die Polizei auf der Straße, so passen auch jene Fahrer auf, die ansonsten die Vorschriften nicht so genau nehmen. Die Kontrollen sind heute spezifischer als vor 20 Jahren.“ Bei solchen spezifischen Schwerpunktkontrollen werde z. B. überprüft, ob jemand beim Autofahren parallel mit dem Handy telefoniere, alkoholisiert unterwegs sei oder den Gurt nicht angelegt habe. <BR /><BR />Sehr gefährdet sind allerdings nach wie vor die Fußgänger und Radfahrer. Zum Problem werden könnten in Zukunft auch die Elektroroller, meint Carli. Für diese bestehe ein besonderes Gefahrenpotenzial; in Mailand habe es bereits Tote gegeben. Laut Gesetz vom November 2021 hätte man mit diesen Rollern überall fahren dürfen außer auf Schnellstraßen und Autobahnen – und damit auch außerhalb von Ortschaften wie etwa auf Landstraßen. Inzwischen sei der Gesetzgeber aber zurückgerudert. Mit E-Rollern darf man somit außerhalb von Ortschaften <Kursiv>nicht </Kursiv>mehr auf Landstraßen fahren, sehr wohl aber z. B. auf Radwegen, erklärt Carli. <BR /><BR /><b>Fahrverhalten hat sich verbessert</b><BR /><BR />Der Ortspolizeichef ist davon überzeugt, dass sich das Fahrverhalten der Bürger seit 2001 verbessert habe. Es gebe weniger Raser. „Man ist sich der Gefahr mehr bewusst“, sagt Carli. Vorsichtiger geworden seien die Bürger auch wegen der hohen Strafen, zu mehr Vorsicht hätten auch das Führerscheinpunktesystem beigetragen und die verschärften Strafen für Alko-Fahrer. <BR /><BR />Bei den Geschwindigkeitskontrollen hinke man in Italien mit dem derzeitigen System allerdings gegenüber anderen EU-Ländern hinterher, bemängelt der Ortspolizeichef. „Bei uns muss man vor Kontrollen Schilder aufstellen und beim Speed Check muss der Polizist in der Nähe sein.“ Von „Radarfalle“ könne man deshalb nicht mehr sprechen. „Raser passen sehr genau auf die Schilder auf“, weiß Carli. Diese erwische man bei solchen Kontrollen nicht. Carli ist davon überzeugt, dass man auch in Italien irgendwann umdenken und die Geschwindigkeitskontrollen wieder anders regeln wird. <BR /><BR />Auch Max Dorfer hält die Speed-Check-Boxen nur für eingeschränkt effizient. Davor und danach werde Gas gegeben. Zielführender sei das Safety-Tutor-System, mit dem auf der Autobahn die Durchschnittsgeschwindigkeit gemessen werde. Um den Verkehr noch sicherer zu machen, könnte man so wie in Skandinavien die Höchstgeschwindigkeit innerorts auf 20 km/h oder 30 km/h festlegen, meint Dorfer. <BR /><BR />Der Verkehrspsychologe Max Dorfer beantwortet noch 2 spezifische Fragen:<BR /><BR /><b>Zu den häufigen Ursachen für schwere Unfälle gelten hohe Geschwindigkeit oder Ablenkungen wie etwa mit dem Handy zu telefonieren. Welche anderen Ursachen werden bisher eher unterschätzt?</b><BR />Dorfer: Unterschätzt wird beispielsweise die Müdigkeit. Eine Studie in den USA hat gezeigt, dass etwa 20 Prozent der tödlichen Unfälle auf Müdigkeit zurück zu führen sind. Bei Müdigkeit reagiert ein Fahrer langsamer, er erkennt auch die Gefahr nicht so schnell wie sonst und hat auch Schwierigkeiten, die Entfernung richtig einzuschätzen.<BR /><BR /><b>Warum fahren Männer unter 25 Jahren riskant?</b><BR />Dorfer: Das hängt auch mit der Hirnentwicklung zusammen: Die Areale für die Risikoabschätzung sind noch nicht ausreichend gereift. Diese Männer wissen über das Risiko Bescheid, aber sie klammern es aus.