Freitag, 29. April 2022

Weiter warten auf Flüchtlingshilfe

Seit über 2 Monaten tobt in der Ukraine der Krieg. Seit einem Monat hätten die Kriegs-Flüchtlinge Anrecht auf eine staatliche Beihilfe von 300 Euro. Erhalten haben sie bislang keinen müden Cent. „In Rom hat man uns versprochen, dass die Auszahlungen noch innerhalb April starten werden“, sagt Zivilschutz-Ressortchef Klaus Unterweger.

Millionen von Ukrainern sind vor dem Krieg aus ihrer Heimat geflohen. Rund 1300 von ihnen sind in Südtirol gestrandet – und warten dringend auf die von Rom versprochenen Hilfsgelder. - Foto: © Shutterstock

Niederschwellig, unkompliziert und unbürokratisch – so hatte Rom die staatliche Beihilfe für Ukraine-Flüchtlinge geplant. Nun zeigt sich aber einmal mehr, dass Theorie und Praxis häufig aber sehr weit auseinanderklaffen. Seit Ende März hätten die rund 1300 Ukraine-Flüchtlinge, die in Südtirol Zuflucht vor den Kriegswirren gesucht haben, Anrecht auf die von Rom beschlossene Beihilfe. Monatlich 300 Euro soll jeder hierzulande registrierte volljährige, 150 Euro jeder minderjährige Ukraine-Flüchtling erhalten.

Mit der Auszahlung der Beihilfe allerdings hakt es nach wie vor. „Grundsätzlich als niederschwellige Hilfe gedacht, scheint die technische Umsetzung sehr schwierig zu sein“, sagt Unterweger. Zusammen mit Luca Critelli, Direktor des Ressorts für Soziales, hat er seit einem Monat diesbezüglich regelmäßig in Rom interveniert. „Bevor die Auszahlungen starten, muss erst alles zentral informatisiert werden“, erklärt Unterweger.

Rom hatte zwar bereits mehr als einmal in Aussicht gestellt, dass man so weit sei und einem Start der Auszahlung der Hilfsgelder nichts mehr im Wege stehe, aber offensichtlich gestalte sich die nötige Informatisierung der Daten doch schwieriger als zunächst gedacht.

„Ganz so banal wie gedacht, ist das Ganze nicht“, so Unterweger. Immerhin müssen, unter Berücksichtigung der geltenden Privacy-Gesetze, die Daten aller Flüchtlinge in eine einzige Liste zusammengefasst werden. Dadurch soll laut Unterweger ausgeschlossen werden, dass Ukraine-Flüchtlinge, die in einer CAS-Struktur untergebracht sind, die Beihilfe in Anspruch nehmen können. Anrecht darauf haben nämlich nur jene Geflüchteten, die privat untergebracht sind.

„Klar warten diese Menschen schon hart auf dieses Geld“, weiß Unterweger. In Südtirol erwartet man sich jedenfalls noch innerhalb dieser Woche eine Lösung. Dann aber verlaufe die Hilfe wirklich unkompliziert und unbürokratisch. „Dann können die Flüchtlinge mit ihrer Registrierung einfach ins Postamt gehen, und den ihnen zustehenden Betrag beziehen“, erklärt Unterweger. Ob das in den kommenden 2 Tagen klappen wird, darf bezweifelt werden.

em

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