Donnerstag, 03. Mai 2018

Wenn ein Kind stirbt

Am Tag vor dem Muttertag – am Samstag, 12. Mai 2018 – begeht das Haus der Familie heuer zum vierten Mal gemeinsam mit 20 Südtiroler Einrichtungen die MutterNacht: eine Aktion, die die Schattenseiten des Elternseins in den Mittelpunkt rückt. Es geht um den Tod des eigenen Kindes durch Fehlgeburt, Totgeburt oder späteren Tod.

Der Tod eines Kindes ist die größte Tragödie, die sich im Leben von Eltern ereignen kann.
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Der Tod eines Kindes ist die größte Tragödie, die sich im Leben von Eltern ereignen kann. - Foto: © shutterstock

Schwangerschaft und Geburt stellen für uns den Inbegriff von „Neubeginn“ dar. Wenn ein Baby während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt stirbt, steht für die Eltern die Erde still. Der Tod eines Kindes ist die größte Tragödie, die sich im Leben von Eltern ereignen kann. 

MutterNacht

Betroffene, Unterstützer und Interessierte sind am Samstag, 12. Mai von 16 bis 21.30 Uhr auf den Musterplatz in Bozen zur offenen Veranstaltung MutterNacht eingeladen. Zum Auftakt wird eine Broschüre mit gesammelten Texten von Betroffenen vorgestellt. Günther Götsch liest daraus. Um 16.30 Uhr diskutiert Don Mario Gretter mit Vertreter verschiedener Religionen zum Umgang mit Trauer in den verschiedenen Kulturen und Religionen. Um 17.30 Uhr sprechen Betroffene mit Experten.

Um 19 Uhr folgt ein Konzert der Gruppe Revensch mit Helga Plankensteiner. Zum Abschluss werden am Samstag, 12. Mai um 21.30 Uhr auf dem Bozner Musterplatz, in hunderten Südtiroler Haushalten und mittels Fotos auf Facebook in Erinnerung an verstorbene Kinder Feuer und Kerzen angezündet.

Tagung im Haus der Familie

Das Thema wird außerdem am Freitag, 11. Mai bei einer zweisprachigen Tagung für Fachleute im Haus der Familie am Ritten von verschiedenen Seiten beleuchtet. Wenn ein Baby während der Schwangerschaft, bei oder nach der Geburt stirbt, steht für Mutter und Vater die Welt still. Eine solche Grenzerfahrung stellt die eigene Persönlichkeit, die Lebensplanung, den Lebenssinn und die Partnerschaft in Frage. Rund jede dritte Schwangerschaft ist von einer Fehlgeburt betroffen. Als Totgeburt wird die Geburt eines mindestens 500 Gramm schweren Kindes bezeichnet, bei dem kein erkennbares Lebenszeichen nachzuweisen ist.

Unabhängig davon, in welchem Alter ein Kind stirbt: Der Tod eines Kindes ist die größte Tragödie, die sich im Leben von Eltern ereignen kann. Das Haus der Familie und 20 Vereine und Organisationen aus dem ganzen Land setzen sich mit diesem wichtigen und schwierigen Thema auseinander. Betroffene kommen bei Diskussionen und im Rahmen von Lesungen zu Wort, Fachleute referieren, Musiker und Tänzer begegnen dem Thema auf künstlerische Art.

Unterstützungsangebote

Die Trauer rund um den Tod von Kindern soll Raum und Sichtbarkeit bekommen, für Eltern und Familien sollen Unterstützungsangebote aufgezeigt werden. Fachleute sind am Freitag, 11. Mai von 9 bis 17 Uhr zu einer Tagung ins Haus der Familie am Ritten eingeladen.

Es referieren die Psychiaterin Claudia Ravaldi aus Prato („Durch den Schmerz gehen: psychologische und soziale Aspekte beim perinatalen Kindstod“), Krankenhausseelsorgerin Renate Torggler aus Bozen, Trauer- und Sterbebegleiterin Gabriela Mair am Tinkhof aus Vahrn und der Arzt und Pharmakologe Alfredo Vannacci aus Prato („Kommunikation: das Sanitätspersonal und der Schmerz beim perinatalen Kindstod“).

stol

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