Mittwoch, 13. September 2017

Wer hat Vorrecht, der Wanderer oder das Wild?

Heißt es bald: "Stopp" und "Betreten verboten" für Wanderer, die sich in Naturparks aufhalten und unterwegs sind? Die Vorschläge zur Ausweisung von Wildruhezonen stoßen dem Alpenverein AVS und anderen Interessenvertretern sauer auf. Nicht nur, dass man ihnen das Mitspracherecht und die Einsicht in die Entwürfe verweigert habe, vor allem das geplante Zugangsverbot sei in jedem Fall abzulehnen, so AVS-Chef Georg Simeoni.

Die Abänderungen der geplanten Wildruhezonen in den Naturparks sorgt für Ärger.
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Die Abänderungen der geplanten Wildruhezonen in den Naturparks sorgt für Ärger.

Derzeit werden die von den Landesämtern erarbeiteten Vorschläge zur Ausweisung von Wildruhezonen in den Naturparken vorgestellt. Dies im Hinblick auf eine möglichst rasche Vorlage eines Gesetzentwurfes an die Landesregierung, welcher die Jagd in den Naturparken regeln soll.
Die Vorschläge wurden offiziell nach Rücksprache mit der Jägerschaft, den betroffenen Grundeigentümern und mit den Vertretern der öffentlichen Verwaltung erarbeitet. 

Nun poltert AVS-Chef Simeoni ineinem offenen Brief an die Landeräte Richard Theiner und Arnold Schuler: "Der AVS sowie andere Interessensvertreter wurden hierbei nicht miteinbezogen, obwohl Landesrat Theiner dies in einem Schreiben vom 26. Jänner 2017 dem Alpenverein zugesichert hatte. Auch war die Einsicht in die Entwürfe bislang nicht möglich."

Nur im Interesse der Jäger?

Der Alpenverein begrüße grundsätzlich die Schaffung von Wildruhezonen, sofern die Erfordernisse bezüglich deren Errichtung nachvollziehbar sind. "Die Schaffung von Wildruhezonen, die alleine darauf ausgerichtet ist, einzelnen Interessensgruppen Genüge zu tun, rechtfertigt keinesfalls die Abschaffung des vom Alpenverein geforderten freien Zugangsrechtes im alpinen Raum", so Simeoni.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen in den Wildruhezonen beinhalten nämlich ein weitreichendes Betretungsverbot, "was der Alpenverein auch im Interesse der gesamten Bevölkerung nicht akzeptiert. Durch diese Vorgehensweise sind Abänderungen der geplanten Wildruhezonen wohl nur mehr im Rekurswege möglich", droht Simeoni.

stol/ker

stol