Mittwoch, 09. August 2017

Wer sich freut, wenn die Marmolata schmilzt

Nicht jeder weint den schwindenden Gletschern hinterher: Gierige Bergsteiger etwa suchen aufgrund des starken Schmelzens des Marmolatagletschers nach Gegenständen aus dem Ersten Weltkrieg.

Aktueller Blick auf das Marmolata-Massiv. - Foto: Johannes Niederstätter
Aktueller Blick auf das Marmolata-Massiv. - Foto: Johannes Niederstätter

Der Marmolata-Gletscher ist wegen der Hitzewelle dieser Wochen stark geschmolzen und hat Gegenstände aus der Kriegszeit freigegeben. Dutzende Bergsteiger, die sich auf die Suche nach Gegenständen aus dem Ersten Weltkrieg machten, haben verrostetes Geschirr, Bergschuhe, Gewehre und Granaten gefunden, berichteten lokale Medien.

In 100 Jahren habe sich die Fläche des Gletschers von 420 auf 214 Hektar reduziert. Noch nie war es so leicht wie jetzt, Utensilien der Soldaten zu finden, die in etwa 3.000 Meter Seehöhe diesen Frontabschnitt hüteten, betonten die Carabinieri. Die Beamten versuchen die Plünderung von Resten aus der Kriegszeit zu verhindern, allerdings mit wenig Erfolg.

Auch Müll gefunden

Der Gletscher hat nicht nur Gegenstände aus dem Ersten Weltkrieg, sondern auch Müll freigegeben, wie Flaschen und Dosen sowie Seile alter Seilbahnen.

Jetzt sollen sie auf Kosten der Region Trentino weggeräumt werden.

Bereits in vergangenen Jahren Leichen geborgen

Die Leichen von 2 Kaiserjägern aus dem Ersten Weltkrieg waren 2012 aus einem Gletscher auf der Spitze Presena im westlichen Teil der norditalienischen Bergregion Trentino auf einer Höhe von 3.000 Meter geborgen worden.

2004 waren die mumifizierten Leichen von 3 österreichischen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg aus einem Alpengletscher auf 3.640 Meter Höhe am Ortler-Cevedale-Massiv gefunden worden. Sie waren vermutlich bei einer Schlacht am 3. September 1918 in Norditalien ums Leben gekommen.

apa

stol