Montag, 01. Februar 2021

Wie geht es Benno Neumair?

Der Anwalt von Benno Neumair, Flavio Moccia, war am Montagvormittag im Gefängnis bei seinem Mandaten. Wie es Benno geht und was die nächsten Schritte sein werden, erklärte Moccia anschließend gegenüber den zahlreichen Medienvertretern.

Das sagt Benno Neumairs Anwalt Flavio Moccia zur aktuellen Situation. - Foto: © stol
Noch diese Woche wird Benno Neumair dem Staatsanwalt Rede und Antwort stehen.

Wie berichtet, wird gegen den 30-Jährigen seit 18. Jänner wegen Mord und Verbergen von Leichen ermittelt. Seine Eltern Laura Perselli und Peter Neumair sind seit 4. Jänner verschwunden, bisher blieben alle aufwendigen Suchaktionen ohne Erfolg.

„Ich war heute unter anderem hier, weil wir uns auf die Anhörung mit dem Staatsanwalt vorbereiten“, sagte Moccia.

Außerdem wolle man, wie bereits am Samstag angekündigt, gegen die richterliche Entscheidung, dass Benno Neumair im Bozner Gefängnis bleibt, nun vor dem Freiheitsgericht die Enthaftung des Mandanten erwirken. Moccia zeigt sich auch am Montag überzeugt, dass absolut keine Fluchtgefahr bestehe. „Seine Sorge gilt dem Schicksal seiner Eltern. Sein größtes Anliegen ist, dass sie bald gefunden werden.“


Auf die Frage der vielen anwesenden Journalisten hin, wie es Benno Neumair gehe, sagte Moccia, dass es wohl niemandem, der im Gefängnis sitzt, gut gehe. Benno Neumair sei derzeit allein in einer wenige Quadratmeter großen Zelle untergebracht. Die Pandemie verschlechtere generell die Situation der Inhaftierten zusätzlich. Sie hätten derzeit keinerlei Möglichkeit sich zu bewegen, wie es zu „normalen“ Zeiten auch im Gefängnis üblich ist, so Moccia. Benno Neumair bekomme derzeit keine Medikamente.

Angesprochen auf Familie und Freunde, betonte Verteidiger Moccia, dass Benno zahlreiche Freunde in Bozen habe, die im beistehen. Auch Moccias Sohn selbst sei ein Bekannter Bennos. In der Zeit nach dem Verschwinden der Eltern und der Beschlagnahme der Wohnung in der Bozner Runkelsteiner Straße sei Benno häufig bei Moccias Familie zu Hause gewesen. Man stehe ihm bei.

Es stimme nicht, so Moccia, dass sich die Familie seines Mandanten von ihm abgewandt habe. Besonders eine Tante sei in ständigem Kontakt mit ihm und komme ihn auch im Gefängnis besuchen. Bennos Schwester Madé hingegen sei derzeit verständlicherweise selbst gezeichnet und sei wieder nach Deutschland zurückgekehrt, wo sie als Ärztin arbeitet. Wie ihr Verhältnis zu Benno ist, erschließt sich aus den Aussagen des Anwalts nicht klar. Auf mögliche Streitigkeiten zwischen Benno und seinen Eltern, über die von verschiedenen Personen berichtet wurde, wollte Moccia nicht näher eingehen.

Fakt ist: Am Samstag sind im Verhandlungssaal am Bozner Landesgericht 2 Audioaufnahmen angehört worden: Laura Perselli soll sich darauf bei einer Freundin telefonisch über ihren Sohn Benno beklagt haben. Die Aufnahmen stammen aus dem vergangenen Sommer. Über den Inhalt der Audiodateien bewahren Ermittler und Verteidigung Stillschweigen. Laura Perselli soll diese über den Messenger-Dienst Whatsapp an die Freundin geschickt haben.

vs