Ende Jänner, Anfang Februar erreicht die Grippe-Welle normalerweise ihren Höhepunkt in Südtirol. Aber: „Ich habe in dieser Saison bisher kein einziges Kind mit einer richtigen Influenza behandelt“, berichtet <b>Dr. Günther Goller</b>, Kinderarzt in Vahrn. „Einige wenige Kinder hatten einen grippalen Infekt, etwas Schnupfen und Husten, dabei handelt es sich aber um andere Viren. Alles verlief in Maßen bisher.“ <BR /><BR /><b>Dr. Eugen Sleiter</b>, Basisarzt in Dorf Tirol, hat heuer „ganz wenige Fälle der Grippe zuordnen können“. Die „echte“ Grippe habe in seinem Einzugsgebiet nicht richtig Fuß fassen können. Sleiter geht aber davon aus, dass die Influenza sich in der nächsten Saison stärker verbreiten könnte – wenn es bei den von Rom angekündigten Lockerungen der Corona-Regeln bleibe und die Omikron-Variante auch im nächsten Herbst und Winter noch dominiere. Heuer hätten sich deutlich weniger Menschen gegen Grippe impfen lassen – viele beließen es bei der Corona-Auffrischung (Booster).<BR /><BR />Ähnliches berichtet auch <b>Dr. Franz Mahlknecht</b>, Basisarzt in Kiens: „Die Grippe-Fälle kann man in dieser Saison bisher an einer Hand abzählen.“ Auch bei ihm haben sich heuer weniger Patienten impfen lassen. <BR /><BR />Keinen einzigen Grippefall hatte auch <b>Dr. Alfons Haller</b>, Kinderarzt in Kurtinig, bisher zu behandeln. „Man sieht genau den Unterschied zwischen Corona und Grippe: Maske tragen, Abstand halten und Teil-Lockdown sorgen dafür, dass sich die Grippe nicht ausbreitet – Corona kann sich hingegen trotzdem verbreiten.“ Dass die Grippe jetzt seit über 2 Jahren nicht richtig „durchziehen“ konnte, bereite ihm Sorgen. „Wir könnten dann nächstes Jahr, wenn alles offen ist, womöglich mehr an der Grippe zu leiden haben als am Coronavirus. Denn gegen Corona werden nächstes Jahr alle immun oder geimpft sein. Der Herdenschutz gegen die Grippe sinkt hingegen – es könnte zu mehr Grippe-Fällen und zu stärkeren Verläufen kommen.“<BR /><BR />Laut <b>Dr. Domenico Bossio</b>, Basisarzt in Lana, hat es in letzter Zeit doch einige Grippe-Fälle gegeben. Diese Patienten seien alle negativ auf Corona getestet worden und hätten Grippe-Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Husten und Gliederschmerzen gezeigt. Dr. Doris Gatterer, Hausärztin auf dem Ritten, weiß auch von Grippe-Fällen zu berichten, eine starke Verbreitung gebe es aber nicht.