Freitag, 03. April 2015

Wieder Kruzifix-Streit an italienischer Schule

Erneut ist an einer Schule in Italien eine Diskussion um das Kruzifix entbrannt: Ein Lehrer in Terni wurde angezeigt, weil er sich geweigert hat, vor dem im Klassenzimmer aufgehängten Kreuz zu unterrichten.

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Archivbild - Foto: © shutterstock

Der Lehrer, der vom 8. April bis zum 7. Mai nicht unterrichten wird, wird kein Gehalt beziehen.

Schon in den vergangenen Jahren hatte der Lehrer wiederholt von der Wand das Kreuz entfernt und für Auseinandersetzungen gesorgt, berichtete die Tageszeitung „Corriere della Sera“ am Freitag.

Der Gewerkschaftsverband Cobas verteidigte den Lehrer und sprach von Diskriminierung am Arbeitsplatz. Der Schuldirektor hingegen verteidigte seine Position. Solange das italienische Gesetz erlaube, Kruzifixe an den Wänden der Klassenräume aufzuhängen, sollten sie dort bleiben, sagte er.

Das Kruzifix in den Schulklassen ist in Italien seit Jahren eine heikle Angelegenheit. Die Große Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) sprach 2011 Italien vom Vorwurf der Menschenrechtsverletzung frei.

Der EGMR sieht durch Kreuze in Klassenzimmern kein Grundrecht verletzt.

apa

stol