Donnerstag, 30. Juli 2015

Wird das Sterzinger Spital weiter ausgeblutet?

Die Zukunft des Krankenhauses Sterzing sei derzeit geprägt von Sorge und Unsicherheit. "Nach den Kämpfen um den Erhalt der Geburtenstationen droht nun dem Bereich Medizin die Ausblutung", beanstanden die Freiheitlichen. Die Gesundheitslandesrätin kontert mit positiven Zahlen.

Sterzing: Sorge ums Krankenhaus
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Sterzing: Sorge ums Krankenhaus - Foto: © STOL

Nachdem die Primararztstelle für die Abteilung ‚Innere Medizin‘ immer noch nicht nachbesetzt wurde, verlassen anscheinend mehrere Ärzte das Krankenhaus der Fuggerstadt, beanstandet Pius Leitner von den Freiheitlichen. 

Neuer Primararzt für Innere Medizin erst ab Herbst 2015

„Im August oder im September soll die Durchführung eines Auswahlverfahrens für die Primarztstelle in der Abteilung ‚Innere Medizin‘ des Krankenhauses Sterzing stattfinden. Erst im Laufe des Herbstes könnte es eine neue Beauftragung geben“, berichtet Pius Leitner mit Blick auf die Antwort auf seine eingebrachte Landtagsanfrage.

Mehr Zu- als Abgänge

Dazu informiert Gesundheitslandesrätin Martha Stocker auch, dass im Jahr 2015 bisher zwei Ärzte das Krankenhaus von Sterzing verlassen haben. "Hinzu kommen drei Ärzte, die wegen Mutterschaft oder wegen eines Wartestandes nicht im Dienst sind. Weitere 3,75 Ärztestellen werden voraussichtlich noch im laufenden Jahr durch Abgänge frei.“

Doch dem entgegen stünden 6,8 Ärzte, die ihren Dienst aufgenommen haben oder heuer noch werden, so Stocker. Daraus ergebe ich ein Zunahme von 2,05 Arztstellen.

Betroffen von einem Personalwechsel seien die Abteilungen für Innere Medizin, Gynäkologie und Geburtshilfe, Chirurgie und Anästhesie. In Sachen Geburtenstation seien derzeit alle vorgesehenen Stellen für Ärzte besetzt, entweder mit Bediensteten oder mit freiberuflichen Ärzten, den sogenannten "gettonisti".

Keine Kontinuität beim Personal?

Situationen, wie jene in Sterzing, dürfen von vornherein nicht entstehen, hält der Freiheitliche Landtagsabgeordnete dagegen. „In allen Südtiroler Krankenhäusern braucht es eine Kontinuität beim Personal. Die geringe Attraktivität einer Ärztekarriere in Südtirol und die Aushöhlung der Leistungen in den Krankenhäusern, gefährden die flächendeckende Gesundheitsversorgung in unserem Land."

stol

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