Das Leid der Schafe setzt ihm zu. Von seinen 18 Schafen, die er heuer aufgetrieben hat, hat der Bauer bereits 7 verloren.<BR /><BR />„Wenn man sieht, was die Schafe durchmachen, bricht es einem das Herz“, sagt Luis Staffler. Von den 18 Schafen, die er auf die Alm gebracht hat, leben bestenfalls noch 11 Tiere. 4 hat er am Tag nach dem jüngsten Wolfsangriff nicht gefunden, als er die letzten Schafe zurück auf den Oberegghof nach St. Walburg bringen wollte. <BR /><BR />Glücklicherweise habe er eine Wiese in der Nähe des Hofs, sagt Staffler. Die Schafe jetzt in den Stall zu stellen, empfände er als Tierquälerei, aber es gebe Bauern, die hätten keine Wahl.<BR /><BR />Von den 7 Schafen, die Luis Staffler an den Wolf verloren hat, waren 4 Lämmer. Er fragt sich, ob es heuer die Ultner Lammwochen geben wird. Staffler weiß von einigen Ultner Bauern, die ihre Lämmer an den Wolf verloren haben. Allerdings haben sich einige Schafbauern aus dem Ultental auch umorientiert und ihre Schafe zur Sommerfrische in den Vinschgau gebracht.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="795086_image" /></div> <BR />„Von gerissenen Lämmern findet man fast nichts mehr“, erzählt Luis Staffler. Von den ausgewachsenen Schafen fresse der Wolf allerdings kaum etwas. „Würde der Wolf die Tiere fressen, würde man das eher verkraften“, sagt er. „Ein Adler schlägt auch Lämmer, aber der frisst sie.“ Luis Staffler beobachtet, wie verschreckt seine handzahmen Schafe mittlerweile sind. „Sie haben fürchterliche Angst. Wenn ein Stein kollert, blasen sie wie eine Gemse.“ Die Wolfsangriffe haben sie zudem weit verstreut.<BR /><BR /><embed id="dtext86-55422534_quote" /><BR /><BR />Staffler, der früher selbst Hirte war, ist zu den unterschiedlichsten Tageszeiten zu seinen Schafen gegangen und hat auch Nächte dort verbracht. Einen Wolf hat er nie gesehen. Das zeigt ihm, wie scheu diese Tiere sind und wie sehr sie den Menschen meiden. Risse gebe es vor allem bei Schlechtwetter, berichtet Luis Staffler. Da könne sich der Wolf im Nebel noch besser tarnen. Staffler glaubt deshalb auch nicht, dass Vergrämungsmaßnahmen mit Gummigeschossen helfen. „Da müsste man den Wolf erst einmal finden“, meint er.<BR /><BR />„Die Wolfsbefürworter sollten versuchen, in unserem Gebiet Zäune aufzustellen“, sagt Staffler. „Am Joch wären sie ständig kaputt.“ Früher habe es Elektrozäune gegeben. Bei jedem Gewitter sei der Blitz hineingefahren.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="795089_image" /></div> <BR />Die Schafzucht im Ultental werde immer unattraktiver, bedauert Staffler. Aus wirtschaftlichen Gründen sei sie inzwischen uninteressant. Der Preis für ein Schaf sei enorm gesunken. Er habe seit seiner Kindheit bis heute Freude an Schafen, auch wenn sie heuer schon sehr getrübt sei, meint Staffler.