Dienstag, 31. Januar 2017

„Wusste nichts von Ferraris Doping-Verstrickungen“

Im Dopingverdachtsverfahren gegen seinen Sohn Daniel, den Arzt Michele Ferrari und ihn selbst hat Biathlon-Ikone Gottlieb Taschler am Dienstag dem Gericht Rede und Antwort gestanden.

Gottlieb Taschler bezog am Dienstag vor Gericht zu den Doping-Vorwürfen Stellung.
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Gottlieb Taschler bezog am Dienstag vor Gericht zu den Doping-Vorwürfen Stellung. - Foto: © D

Taschler sagte am Dienstag selbst im Zeugenstand aus. Laut Anklage von Staatsanwalt Giancarlo Bramante soll Arzt Michele Ferrari im Sommer 2010 nach Antholz  gekommen sein, zwei Treffen mit Daniel Taschler soll es im Herbst in Ferrara gegeben haben, und im Dezember hätten sich Vater und Sohn mit dem Arzt getroffen.

In den abgehörten Gesprächen - Ferrari war bereits wegen anderer Dopingfälle ins Visier der Ermittler geraten - sei zwar nie die Rede von EPO oder Doping gewesen. Doch Sätze wie „Bewahre das Zeug im Kühlschrank auf“ oder „Benutze es nur in kleinen Dosen“ hatten bei den Ermittlern die Alarmglocken schrillen lassen.

Wie Gottlieb Taschler am Dienstag vor Gericht erklärte, sei der Kontakt zu Ferrari zustandegekommen, weil er und Daniel eine zweite ärztliche Meinung einholen wollten. Sein Sohn sei nämlich häufig krank gewesen und bei sei bereits eine leichte Immunschwäche diagnostiziert worden. Dass Ferrari bereits in andere Dopingfälle verstrickt war, davon habe er nichts gewusst.

Taschler: Ferrari verschrieb Daniel nichts

Ferrari sei auch nie explizit wegen Daniel nach Bruneck oder Antholz gekommen, sondern er habe sich mit Daniel getroffen als er ohnehin in der Gegend zu tun hatte oder einen Urlaubsaufenthalt in Südtirol hatte. Bei den Treffen von Daniel und Ferrari sei er selbst nicht dabeigewesen, Ferrari habe Daniel aber nie irgendetwas verschrieben, Ferrari habe auch nie Geld für die Behandlungen genommen.

Als auch die Behandlung von Ferrari nicht angeschlagen habe, habe sich Daniel wieder in Bruneck weiterbehandeln lassen.

Auf die Frage von Staatsanwalt Bramante, wie er es sich erkläre, dass Daniel nach der Behandlung von Ferrari mit einem 5. Platz beim Europacup eines seiner besten sportlichen Ergebnisse erreichte, antwortete Taschler, er könne sich nicht daran erinnern.

Bei der nächsten Verhandlung wird der Prozess mit Zeugen der Verteidigung fortgesetzt.

D/cu

Den vollständigen Artikel und alle Hintergründe gibt es in der morgigen Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol