Mittwoch, 09. Dezember 2020

zebra. wieder unterwegs: Besorgnis über nächsten Verkaufsstopp groß

Eigentlich hätte der zebra.Lesekalender schon im November bei den Verkäufern der Straßenzeitung zebra. erhältlich sein sollen. Der Lockdown führte aber dazu, dass die rund 60 Männer und Frauen in prekären Lebenssituationen zuhause bleiben mussten. Die meisten von ihnen mussten so wiederholt auf ihr einziges Einkommen verzichten.

Der Verkauf der Straßenzeitung bietet Menschen, die es schwer im Leben und kaum Zugang zum Arbeitsmarkt haben, eine sinnvolle Tätigkeit und eine kleine Verdienstmöglichkeit.
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Der Verkauf der Straßenzeitung bietet Menschen, die es schwer im Leben und kaum Zugang zum Arbeitsmarkt haben, eine sinnvolle Tätigkeit und eine kleine Verdienstmöglichkeit. - Foto: © OEW
Nur durch die Spenden treuer zebra.Leser konnte die Herausgeberin OEW-Organisation für Eine solidarische Welt den Einkommensausfall der Straßenverkäufer überbrücken. Seit einigen Tagen sind diese nun wieder auf Südtirols Straßen unterwegs, ab dem morgigen 10. Dezember mit der neuen zebra.Doppelausgabe und dem zebra.Kalender. Wie lange sie verkaufen dürfen, ist unsicher.

Zweiter Verkaufsstopp würde „viele an Rand ihrer Existenz drängen“

Geschäftsführer der OEW, Matthäus Kircher, betont: „Dass wir den Sozialgedanke von zebra. in Krisenzeiten wie diesen weiterführen können, ist vor allem den vielen Unterstützern zuzusprechen.“ Trotz des motivierten Starts in den Dezember bleibt aber ein besorgter Beigeschmack hängen, wenn zebra.Sozialarbeiterin Patrizia Insam daran denkt, was ein zweiter Verkaufsstopp für die Verkäufer über die Weihnachtszeit bedeuten würde. „Er würde viele der Verkäufer an den Rand ihrer Existenz drängen.“ Sie weist deshalb weiterhin auf das zebra.Notfallskonto der OEW hin, an das zebra.Unterstützer ihre Zuwendung richten können



Neben der neuen zebra.Doppelausgabe, die zweisprachig mit „Fuori dal buio – Vom Drang nach Veränderung“ titelt, haben die Verkäufer jetzt auch den zebra.Lesekalender 2021 mit im Gepäck. Für die Kalendergestaltung konnte die zebra.Redaktion dieses Jahr Architektin Stephanie Hausdorf und Fotograf Jörg Oschmann gewinnen. Sie haben mit Text und Bild 16 Menschen in ihrem Zuhause, hinter Fenstern und Glasfassen textlich und fotografisch porträtiert, die sich mit dem Thema Wohnen beschäftigen und sich in Südtirol für die Gemeinschaft starkmachen.

„Blick durch Scheiben seit Lockdown unser ständiger Begleiter“

Oschmann und Hausdorf erklären: „Die Idee zu Bild und Text ist dem Lockdown im Frühjahr geschuldet. Seither hat sich der Blick durch Scheiben als unser ständiger Begleiter etabliert. Wir wollten zeigen, wie isoliert die Personen hinter den Fenstern sein können, aber auch, wie sie durch den Blick nach draußen miteinander verbunden sind.“ Um die Distanz trotz physischer Barrieren zu überwinden, bedarf es einer Veränderung, neuer Ideen und Initiativen. Die Alltagshelden des zebra.Kalenders 2021 machen vor, wie ein solcher Wandel – wieder hin zu mehr Menschlichkeit – auf unterschiedliche Art gelingen kann.

Die zebra.Doppelausgabe ist wie immer für 2 Monate, vom 10. Dezember bis zum 10. Februar, für 3 Euro bei den zebra.Verkäufern erhältlich. Der zebra.Kalender kostet 5 Euro und ist solange erhältlich, wie die Covid-Maßnahmen einen Verkauf im Dezember und Jänner ermöglichen.

Die zebra. im Dezember und Jänner

Zwischen Lockdown und Verkaufsstopps titelt die zebra.Doppelausgabe im Dezember passend mit dem Titel „Fuori dal buio“. In der Hauptsache wird die Schließung von eigentlich erfolgreichen SPAR/SIPROMI-Einrichtungen thematisiert. Es wird von verlassenen Dörfern erzählt, die angesichts von Covid neue Attraktivität erhalten und von einer Gruppe Jugendlichen, die in Bozen das Velocity Radio betreibt.



Pop-Star Nora Pider spricht vom Drang nach ständiger Veränderung und Textilingenieur Otto von Aufschnaiter und Comic-Zeichner Armin Barducci zeichnen ihre ungewöhnlichen Lebenswege nach. Nicht zuletzt erzählt zebra.Verkäufer Lawrence Odion warum sein Weg aus dem Dunkeln mit zebra. zu tun hat.

Spendenkonto

Jede Unterstützung ist wertvoll und sichert durch eine Zuwendung auf das OEW-Spendenkonto bei der Raiffeisenkasse Eisacktal (Iban: IT 68 S 08307 58221 000300004707, Überweisungsgrund: „zebra.Support“) den Fortbestand der Straßenzeitung. Weitere Informationen gibt es auf der OEW-Webseite oder per Mail ([email protected])

Über die zebra.

Seit 2014 gibt die OEW-Organisation für Eine solidarische Welt aus Brixen zebra. heraus. Die aktuelle Ausgabe wird von rund 60 Verkäufern angeboten. Sie kommen derzeit aus 9 verschiedenen Nationen und sind bei der OEW registriert und an ihren zebra.Ausweisen erkennbar.

Tag für Tag sind sie in ganz Südtirol unterwegs und verkaufen die Zeitung zum Preis von 3 Euro. Zur Überbrückung rund um den Jahreswechsel verkaufen sie zudem den zebra.Kalender. Die Inhalte der Zeitung und des Kalenders werden von engagierten Freiwilligen erarbeitet und lenken den Blick auf gute Nachrichten, auf ermutigende Geschichten, auf kleine Taten mit großer Wirkung, auf besondere Menschen in und aus Südtirol.

Der Verkauf der Straßenzeitung bietet Menschen, die es schwer im Leben und kaum Zugang zum Arbeitsmarkt haben, eine sinnvolle Tätigkeit und eine kleine Verdienstmöglichkeit auf Augenhöhe. zebra.Verkäufer betteln nicht, sondern bieten ein Produkt an, das ihnen Zugang zur Südtiroler Lebens- und Arbeitsrealität, Selbstvertrauen, Anerkennung und Würde ermöglicht.

Seit 2017 bietet das Projekt zebra.Support schnelle und unkomplizierte Hilfe für Verkäufer in Notsituationen. Langjährigen Verkäufern wird durch Fortbildungen und intensive Begleitung der Einstieg in die Arbeitswelt erleichtert.

stol