Dienstag, 14. Juli 2015

Zwei "Wunderheiler" wegen Drogenhandels angezeigt

Den Carabinieri von Bozen ist in Zusammenarbeit mit der Sonderheit NAS der Carabinieri in Trient ein Schlag gegen den Handel mit sogenannten "Smart drugs" gelungen.

Die von den Carabinieri beschlagnahmten Drogen. (Foto: Carabinieri)
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Die von den Carabinieri beschlagnahmten Drogen. (Foto: Carabinieri)

Die von der Bozner Staatsanwaltschaft geleiteten Ermittlungen haben zur Identifizierung von zwei 50-Jährigen geführt, einem in Amsterdam lebenden Römer und einem Mann aus dem Trentino.

Die Männer gaben vor, einer religiösen Sekte anzugehören, und veranstalteten Treffen auf einem Südtiroler Hof, bei denen sie im Zuge von Schamanenritualen den Teilnehmern Mittelchen mit starker halluzinogener Wirkung verabreichten.

Die Carabinieri konnten acht Personen ausfindig machen, die 250 Euro pro Kopf für die Teilnahme an dem pseudoreligiösen Ritual bezahlt hatten. Ihnen wurde durch die Einnahme besonderer Substanzen, die zusätzlich zu bezahlen waren, die Heilung ihrer versprochen, wie etwa paradoxerweise auch die Drogensucht.

Laut Aussendung der Carabinieri seien diese Drogen in Wirklichkeit stark gesundheitsgefährdend. Die Beamten fanden bei den beiden "Schamanen" 400 Gramm halluzinogener Substanzen, darunter Ibogain, Kambo und Ayahuasca. Die Tabletten stammten aus Gabun und Brasilien und waren in Fläschchen ohne Etikettierung abgefüllt.

Die beiden Männer wurden bei der Staatsanwaltschaft von Bozen angezeigt. Ihnen werden der Handel mit gefährlichen Produkten, der Besitz von Drogen sowie die rechtswidrige Ausübung des Arztberufes vorgeworfen.

Bei einer Hausdurchsuchung wurden zudem 15 Gramm Haschisch, zwei Marihuana-Pflanzen und mehr als 1500 Euro Bargeld beschlagnahmt.

stol

stol