Donnerstag, 21. Oktober 2021

Landesberufsschule Savoy: Auszeichnung für den Beginn eines Projektes - „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Über das EU-Projekt „Rechte Gewalt und ihre Prävention“, das die Landesberufsschule Savoy gemeinsam mit den Partnerschulen in Schwandorf in Bayern und Hartberg in der Steiermark von 2003 bis 2006 durchgeführt hat, wurde die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ thematisiert. Bei dieser Gelegenheit wurde die Idee geboren, diese Auszeichnung auch für das Savoy in Meran anzustreben.

Bei „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ geht es darum, ein Schulnetzwerk zu bilden, das zum Ziel hat jegliche Form von Gewalt und Rassismus an der eignen Schule zu unterbinden. - Foto: © lpa

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist ein Projekt, das ausgehend von Schulen in Belgien und Niederlanden sich auch in Deutschland etabliert hat. Hierbei geht es darum, ein Schulnetzwerk zu bilden, das zum Ziel hat jegliche Form von Gewalt und Rassismus an der eignen Schule zu unterbinden und ein angenehmes Schulklima zu schaffen.

Im Mai 2007 wurde anlässlich der Wahl der Schülervertreter, den Klassensprechern von den Lehrkräften Peter Enz und Christine Laimer das Projekt „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ vorgestellt. Die Schülervertreter und Klassensprecher haben es begeistert angenommen und ihre tatkräftige Unterstützung zugesagt. Im November 2007 stellten die Schülervertreter in einer gemeinsamen Sitzung mit den neu gewählten Klassensprechern das Projekt vor und es wurden die weiteren Schritte besprochen. Dabei wurde festgehalten: Die Schülervertreter werden in Eigenregie die Unterschriftenaktion leiten und es wird ein Kurzfilm zum Thema gedreht werden.

Damit dieses Projekt durchgeführt und der Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ erreicht werden kann, muss an der betreffenden Schule eine Unterschriftenaktion durchgeführt werden, bei der sich mindestens 70 Prozent aller Schüler, Lehrer und sonstigen Personen an der Schule persönlich mit ihrer Unterschrift zu einer Selbstverständniserklärung von SOR-SMC bekennen. Die Selbstverständniserklärung lautete wie folgt:

1. Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer zentralen Aufgabe meiner Schule wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden.

2. Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, einander künftig zu achten.

3. Ich setze mich dafür ein, dass an meiner Schule ein Mal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierungen durchgeführt wird, um langfristig gegen jegliche Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, vorzugehen.

Die Klassensprecher informierten als Multiplikatoren ihre Klassenkameraden, ein Schülervertreter stellte das Projekt in einer Plenarsitzung dem gesamten Lehrkörper vor. Zudem wurde die Projektbeschreibung in der schulinternen Zeitung veröffentlicht.

Die Unterschriftenaktion wurde zwischen 14. Jänner und 26. Jänner 2008 durchgeführt. Es haben 76,95 Prozent aller an der Schule vertretenen Gruppen (sprich Schüler, Lehrkräfte, Verwaltungs- und Reinigungspersonal) unterschrieben und sich damit verpflichtet, sich für eine gewaltfreie Schule einzusetzen. Die notwendige 70-Prozent-Hürde für die Erreichung des Titels „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ wurde somit erreicht. Anlässlich einer gemeinsamen Berlinreise mit Schülern und Lehrern der Partnerschulen Schwandorf und Hartberg wurden die Unterschriften am 07. April 2008 bei der Bundeskoordinationsstelle in Berlin eingereicht.

„Das brauchen wir nicht“

Gemeinsam mit der Direktorin Dr. Beatrix Kerschbaumer Sigmund wurden die Schüler und Lehrer von Herrn Ingo Grasdorf von der Koordinationsstelle begrüßt. Die Schüler haben einen Kurzfilm, der im Zusammenhang mit diesem Projekt entstanden ist, vorgeführt. Der Film „Das brauchen wir nicht“ wurde im März 2008 mit 11 Schülern aus verschiedenen Klassen zum Thema gedreht, dabei konzentrierte man sich hauptsächlich auf die Thematik „gewaltfreie Sprache“. Aus der jugendlichen Umgangssprache wurden jene Wörter ausgesucht, die beleidigend und entwürdigend immer wieder ohne Nachzudenken in der Schule und in der Freizeit verwendet werden. Der Film wurde Herrn Grasdorf zusammen mit den Unterschriften übergeben.

Am 22.12.2008 hat die Schule im Rahmen einer kleinen Feier offiziell den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ erhalten. Die Patenschaft für diese Veranstaltung hat der bekannte Executive Chef des Hangars 7 in Salzburg Roland Trettl übernommen.

„Es ist ein Projekt von Schülern und für Schüler. Wir müssen unseren Jugendlichen ein Vorbild sein“, meinte Savoy-Schuldirektorin Beatrix Kerschbaumer Sigmund. Schülervertreter gingen auf den Werdegang der Aktion ein. Mit dabei waren unter anderem der Meraner Bürgermeister Günther Januth, Europaparlamentarier Sepp Kusstatscher, Schulamtsleiter Peter Höllrigl sowie Direktor Günther Andergassen vom Bildungsressort des Landes in Vertretung des Projektschirmherrn, Altbildungslandesrat Otto Saurer.

stol

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