Dienstag, 05. September 2017

Leben wie im Mittelalter

Das Museum Tiroler Bauernhöfe in Kramsach (Nordtirol) schickte Besucher Ende August auf eine Zeitreise ins 14. Jahrhundert. Der Südtiroler Verein „Niedertor mit Gefolge“ gestaltete diese Zeitreise gemeinsam mit dem Nordtiroler Verein „Vrouwen maere“.

Beim Erklären der alten Getreidesorten, welche in Tirol im Mittelalter angebaut wurden. Foto: Niedertor mit Gefolge
Beim Erklären der alten Getreidesorten, welche in Tirol im Mittelalter angebaut wurden. Foto: Niedertor mit Gefolge

Wer die Gegenwart besser verstehen will, der sollte die Vergangenheit kennen lernen. Davon war auch Eva-Maria Mair überzeugt, als sie beschloss, mit drei Mittelaltervereinen aus Südtirol, Innsbruck und Wien das Leben der Bauern im 14. Jahrhundert nachzustellen.

Für zwei Tage wurden die historischen Höfe als Wohnstatt bezogen. Um den Besuchern das Lebensgefühl aus dem Spätmittelalter näher zu bringen, zeigten die Teilnehmer in entsprechender Kleidung alte Handwerkstechniken. Es wurde genäht, gesponnen und Strohhütte für die Feldarbeit geflochten. In den alten Steinöfen wurde Brot gebacken.

Viel Arbeit

Die Mitglieder der Mittelaltervereine sorgen dafür, dass die alten Techniken und Weisheiten nicht aussterben. „Man war den ganzen Tag mit Arbeit beschäftigt“, berichtet Mair. „Der Tagesablauf war genau strukturiert. Jedes Mitglied der Familie hatte seine Aufgabe zu erfüllen.“

In spannenden Präsentationen beleuchten die Mitglieder mit viel Begeisterung und Hintergrundwissen, wie Mode- und Standesbewusstsein das Leben der Menschen prägten. Wie praktisch historische Unterwäsche ist und welche Gewänder sonst noch getragen wurden, das wurde bei einer spannenden Modenschau vorgeführt.

Zudem erfuhren Besucher viel Wissenswertes über Landwirtschaft im mittelalterlichen Tirol oder konnten der Hebamme lauschen, wenn sie von Geburtshilfe und Fatschenkindern berichtete.

Alle drei Vereine hoffen auf eine weiterhin so erfolgreiche Zusammenarbeit.

stol

stol