Mittwoch, 28. März 2018

„Der Ötzi-Fluch? Für uns ein Segen“

Dafür, dass Ötzi am 28. März 1998 – heute vor 20 Jahren – der Öffentlichkeit hat präsentiert werden können, war ein Berg an Vorarbeit zu leisten. Die mumifizierte Leiche eines Sandlers musste in einer Prototyp-Kühlzelle im Meraner Spital rund ein Jahr Probe liegen. Und die Mission „bring Ötzi back home“ wurde nicht zuletzt wegen einer Bombendrohung von Scharfschützen im Wald und per Hubschrauber aus der Luft überwacht.

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Als Ötzi dann am 17. Jänner um 9.30 Uhr aus den Kellerräumen des Anatomie-Instituts an der Uniklinik Innsbruck zum bereitstehenden Kühlwagen geschoben wurde, „herrschte fast schon Trauerstimmung“, erinnert sich Karl Manfredi. Und wären Univ.-Prof. Othmar Gaber und Assistenz-Professor Karlheinz Künzel nicht mit ihren weißen Kitteln bekleidet gewesen, Ötzis Auszug aus den Katakomben hätte auch ein Trauerkondukt sein können. Mehr als verständlich, denn die beiden hatten Ötzi seit dessen Auffinden im Herbst 1991 unter ihren Fittichen.

Es ist 11.30 Uhr am 17. Jänner 1998 als der Transporter vor dem Ötzi-Museum vorfährt. Der Ötzi in einem schmutziggelben Leichensack verwahrt und mit Eisbeuteln gekühlt. Bis Ötzi dem Publikum gezeigt werden kann, vergehen noch über 2 Monate.

Ex-Landesrat Alois Kofler erinnert sich noch lebhaft an die Kritik, dass das Unterfangen Ötzi mit insgesamt 18 Milliarden Lire (9,29 Mio. Euro) viel zu viel gekostet habe. „Hätten wir uns das für so eine Besonderheit nicht geleistet, wären wir selber blöd gewesen. Aber die Kritik verstummte, als die Besuchergrenze von 250.000 Leuten geknackt wurde.

„Für uns war Ötzi ein Segen, sicher kein Fluch.“ 

lu

Den vollständigen Artikel und alle Hintergründe gibt es in der aktuellen Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol