Montag, 22. April 2019

Grödner Künstler Markus Vallazza gestorben

Einer der bedeutendsten Künstler Südtirols ist nach langer Krankheit 82-jährig in Bozen gestorben: Der Grödner Markus Vallazza zählte zu den herausragenden Zeichnern und Radierern Europas und hinterlässt ein einzigartiges Werk.

Markus Vallazza ist tot. - Foto: Matteo Groppo
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Markus Vallazza ist tot. - Foto: Matteo Groppo

Seine Inspiration bezog er aus der Mythologie, aus den monumentalen Werken der Weltliteratur wie etwa Dantes „Göttliche Komödie“ oder de Cervantes „Don Quijote“, vor allem aber aus seinen inneren Schaffenszwängen: „Ich muss immerzu arbeiten, erzählen, was in mir vorgeht, und meine Ängste sind zugleich mein größtes Kapital“, erklärte Markus Vallazza des Öfteren. Seine Themen kreisten um die existenziellen Fragen des Menschen: Liebe, Tod, Sinnlichkeit, Einsamkeit.

Geboren wurde Vallazza am 8. August 1936 in St. Ulrich, seine Laufbahn begann er als Holzschnitzer, ehe er in Florenz, Paris und London Kunstkoryphäen wie Alberto Giacometti oder Henry Moore kennenlernte. Er empfand sich als Rebell, wollte aus „der Enge des Tals“ ausbrechen, führte lange Zeit ein Vagabundenleben.

Anfang der 1960er-Jahre heiratete er und wurde Vater von 2 Töchtern. Seine ersten Radierungen entstanden 1966 in der Werkstatt des Künstlers Robert Scherer, es folgten mehr als 1300 Werke.

Unter anderem wurde Vallazza mit dem Ehrenzeichen des Landes Tirol und dem Walther-von-der-Vogelweide-Preis geehrt. 1985 bezog er ein Atelier in Bozen.

Sein Schaffen wurde in Dutzenden Einzelausstellungen gezeigt, letzthin 2018 in der Kunsthalle West in Lana. Seine Werke befinden sich in vielen Sammlungen in- und außerhalb der Landesgrenzen.

D/az

stol