Montag, 14. August 2017

„Bullyparade – Der Film“: Reinkarnation von Kultfiguren

Das 90er-Revival im Kino und Fernsehen macht auch vor deutscher Sketch-Comedy nicht halt. 20 Jahre nach der ersten Folge von „Die Bullyparade“ gibt es ein Wiedersehen mit Mastermind Michael „Bully“ Herbig und seinen Mitstreitern Christian Tramitz und Rick Kavanian in 26 verschiedenen Rollen – und zwar in Spielfilmlänge. Am Donnerstag startet der lauwarme Aufguss mit Erfolgsgarantie in den Kinos.

Sie sind zurück: Michael "Bully" Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian.
Sie sind zurück: Michael "Bully" Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian. - Foto: © D

Von 1997 bis 2002 liefen die sechs Staffeln der „Bullyparade“ auf ProSieben, versammelten ein Millionenpublikum vor den Bildschirmen und brachten Blockbuster hervor, die allein in Deutschland mehr als 21 Mio. Menschen in die Kinos lockten.

In Österreich blieb der Erfolg bis heute unerreicht: Mit fast zwei Mio. Besuchern im Jahr 2001 ist die Winnetou-Parodie „Der Schuh des Manitu“ der bis heute erfolgreichste Film an den heimischen Kinokassen. Der Nachfolger „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“ (2014) rangiert mit weiteren knapp 1,2 Mio. auf Rang 6 der von Rentrak ermittelten Top 20 seit 1997.

Die dritte Auskopplung, das mäßig gelungene 3D-Animationswerk „Lissi und der wilde Kaiser“, blieb 2007 hingegen hinter den Erwartungen zurück. Fans hätten statt eines animierten Kaiserpaars damals lieber Herbig und Tramitz als Turteltauben Sissi und Franz wieder gesehen. Ein Wunsch, der nun eingelöst wird, konnten Fans doch im Vorfeld online angeben, welche Figuren in „Bullyparade – Der Film“ vorkommen sollten.

5 Episoden im Wirbel der Zeit

In fünf nicht zusammenhängenden Episoden tummeln sich nun also alte Bekannte und neue schräge Vogel. Die Zwickauer Jens (Kavanian) und Jörg (Tramitz) versuchen per Zeitreise, den Berliner Mauerfall ungeschehen zu machen. Blutsbrüder Winnetou (Herbig) und Old Shatterhand (Tramitz) bekommen es nach 15 Jahren „Beziehungspause“ bei einer Stammhalter-Mission mit dem Kopfgeldjäger Dr. Schmitz (Kavanian) samt Handpuppe Dschango und dem nach Apachen-Land gierigen General Motors (Sky du Mont) zu tun.

Kaiserin Sissi (Herbig) und Gatte Franz (Tramitz) wollen ein bayerisches Schloss kaufen, in dem es zu spuken scheint, was dem ohnehin hysterischen Feldmarschall (Kavanian) den letzten Nerv raubt. Die Dauerstudenten Lutz (Herbig) und Löffler (Kavanian) haben nach einem improvisierten Börsengang Probleme mit der US-Justiz. Und die Mannschaft der U.S.S. Hasselhoff, Captain Kork (Tramitz), Mr. Spuck (Herbig) und Schrotty (Kavanian), reagiert auf einen Notruf eines ausschließlich von Frauen bevölkerten Planeten, dessen hohe Östrogenwerte in der Atmosphäre Einfluss auf Stimme, Emotionen und Verhalten der drei Männer haben.

Gelungen sind auch die eingestreuten Auftritte von Fanlieblingen wie den drei Kastagnetten, dem „Austausch-Griechen“ Dimitri Stoupakis und dem Yeti (beide Kavanian), sowie überraschende Cameos von deutschen Stars wie Til Schweiger, Jürgen Vogel, Lena Meyer-Landrut oder Peter Maffay.

apa

stol