Jarle Klepp, gespielt von Rolf Kristian Larsen, hat überhaupt keine Lust, den Papa zu spielen.Witzig sind die scheinbar naiven Fragen der kleinen Tochter: Was ist eine Uni, ist Marcel Proust dein Freund und bist du immer so krank, als Jarle frustriert und betrunken nach Hause kommt.Welten treffen aufeinanderErst ist er plötzlich Vater und nun verlässt ihn auch noch seine Freundin Herdis – der Student ist mit den Nerven ziemlich am Ende.Lotte, anrührend gespielt von Amina Eleonora Bergrem, ist ebenfalls wenig begeistert von ihrem widerwilligen Vater, der sich nicht vorstellen kann, sein sorgloses und freies Leben aufzugeben.Welten treffen aufeinander: Im Fernsehen läuft das Begräbnis von Prinzessin Diana, Jarle denkt sich dazu eine Gute-Nacht-Geschichte aus, die Lotte überhaupt nicht gefällt.Die Kleine will ihr Kuscheltier, Jarle baut seiner Tochter ein Bett in einem verräucherten Zimmer voller Bücher.Erst allmählich beginnt auch der Student nachzudenken und seine begrenzte Welt der Universität und Literatur, der Partys und Affären in Frage zu stellen.Ein Film voller Lebensfreue und mit nachdenklichen AnklängenDie Idee des Films ist sicher nicht neu und auch nicht besonders originell.Ähnliche Komödien von Männern, die plötzlich Vater sind, hat es schon eine Menge gegeben.Auch manche Bilder von brütenden Pinguinen im Zoo, pflegebedürftigen Tamagotchis und Omas, die von Kindern als der Hauptsache im Leben schwärmen, wirken eher abgedroschen und altbacken.Frische Schauspieler, unterhaltsame Dialoge, gute Musik und ein norwegischer Touch sind es, die „Ich reise allein“ dennoch Charme und Witz geben.Es ist ein Film voller Lebensfreude und mit nachdenklichen Anklängen.Regisseur Stian Kristiansen inszeniert lässig und locker.Das erinnert an sein mehrfach ausgezeichnetes Spielfilmdebüt „Der Mann, der Yngve liebte“ – ein ebenfalls mit leichter Hand serviertes Coming-out unter Schülern im Kleinstadtmilieu.dpa