Donnerstag, 13. Oktober 2016

Literaturnobelpreisträger Dario Fo ist tot

Ausgerechnet am Tag der Vergabe des Literatur-Nobelpreises wird der Tod eines früheren Preisträgers bekannt: Der italienische Autor Dario Fo ist mit 90 Jahren gestorben.

Der italienische Literaturnobelpreisträger Dario Fo ist tot.
Der italienische Literaturnobelpreisträger Dario Fo ist tot. - Foto: © APA/AFP

Der italienische Literatur-Nobelpreisträger und Theaterautor Dario Fo ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Das bestätigte Mario Pirovano, ein langjähriger Freund Fos, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag.

Fo war 1997 für sein außergewöhnliches Talent und seine politische und soziale Theaterarbeit mit dem Literatur-Nobelpreis gewürdigt worden. Der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ zufolge starb Fo in einem Krankenhaus in Mailand, wo er den Berichten zufolge zwölf Tage wegen Lungenproblemen in Behandlung war.

Lüsterne Päpste, skurrile Politiker und redegewaltige Trunkenbolde

Der Autor war für seinen Sprachwitz bekannt, wurde auch als Polit-Clown bezeichnet. Im Theater verkörperte er lüsterne Päpste, skurrile Politiker und redegewaltige Trunkenbolde. Fo thematisierte in seinen Werken auch die Mafia, Waffenindustrie oder Umweltsünden.

Er war rund 40 Mal wegen Beleidigung und Verhöhnung der Mächtigen vor Gericht geladen, mehrmals wurde er von der Bühne abgeführt.

Viele Stücke hatte er mit seiner 2013 gestorbenen Frau Franca Rame geschrieben, weshalb Fo stets von „unserem Nobelpreis“ sprach.

Mehr als 30 Werke Fos wurden ins Deutsche übersetzt, darunter „Mistero Buffo“ (1969), „Die offene Zweierbeziehung“ (1983), „Sex? – Aber mit Vergnügen!“ (1994) und „Der Teufel mit den Titten“ (1997).

Matteo Renzi kondoliert

Ministerpräsident Matteo Renzi hat der Familie des verstorbenen Literatur-Nobelpreisträgers Dario Fo sein Beileid ausgesprochen. „Mit Dario Fo verliert Italien eine seiner großen Hauptfiguren des Theaters, der Kultur, des bürgerlichen Lebens unseres Landes“, zitierten italienische Nachrichtenagenturen die Worte Renzis am Donnerstag.

„Seine Satire, seine Recherche, seine Arbeit auf der Bühne, seine vielseitige künstlerische Tätigkeit bleiben als Erbe eines großen Italieners in der Welt.“ 

dpa

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stol