Mittwoch, 17. Mai 2017

Marion Cotillard eröffnet 70. Filmfest in Cannes

Zum 70. Mal bereits treffen sich in Cannes die Stars am Prachtboulevard direkt vor dem Palais des Festivals, dem Herzen der Filmfestspiele, und stellen sich den Fotografen und auch der Jury.

Zum Auftakt wurde der Film „Les Fantômes d'Ismaël“ (Ismaels Geister) mit  Marion Cotillard gezeigt.
Zum Auftakt wurde der Film „Les Fantômes d'Ismaël“ (Ismaels Geister) mit Marion Cotillard gezeigt. - Foto: © APA/AFP

Zum Auftakt wurde der Film „Les Fantômes d'Ismaël“ (Ismaels Geister) gezeigt. Prominent besetzt mit Charlotte Gainsbourg, Oscarpreisträgerin Marion Cotillard und „Bond“-Bösewicht Mathieu Amalric brachte das Werk dem Festival auch gleich die erhoffte Stardosis.

Die Fotografen freuten sich beim Photocall unter strahlend blauem Himmel – im Gegensatz zu den Kritikern, die vor der feierlichen Premiere am Abend schon das eher zähe Liebesdrama gesehen hatten.

Darin geht es um den Filmregisseur Ismael (Amalric), der gerade einen Spionagethriller dreht, als seine vor über 20 Jahren verschwundene Ehefrau Carlotta (Cotillard) plötzlich wieder auftaucht. So dramatisch der Stoff auch ist, so seltsam leblos wirkt die Geschichte jedoch. Es kommt zwar zu den erwartbaren Spannungen, gerade auch mit Ismaels derzeitiger Freundin Sylvia (Gainsbourg). Doch Regisseur Arnaud Desplechin erzählt seine Geschichte mit so vielen verschiedenen Handlungssträngen, dass sie zerfasert und einen trotz der Tragik der Dreiecksbeziehung kalt lässt.

19 Filme hoffen auf Goldene Palme

Im Wettbewerb stehen in den kommenden Tagen stattdessen 19 andere Filme auf dem Programm.

Wer von ihnen schließlich tatsächlich die Hauptpreise gewinnt, das wird die neunköpfige Jury um den spanischen Regisseur Pedro Almodóvar entscheiden. „Wir werden jeden Film für sich betrachten“, kündigte der 67-jährige Oscarpreisträger („Sprich mit ihr“) an.

Auch die US-Schauspielerin Jessica Chastain, die neben Filmschaffenden wie Will Smith und der Deutschen Maren Ade („Toni Erdmann“) ebenfalls zur Jury gehört, versicherte, sie wolle sich jedem Beitrag aufgeschlossen und mit offenem Herzen nähern.

„Netflixkonflikt“ in Cannes

Ein Konflikt aber scheint dem Festspielen schon jetzt bevorzustehen: Im Wettbewerb laufen zwei Filme, die vom Streamingdienst Netflix produziert wurden und wahrscheinlich nicht wie andere Beiträge in Kinos zahlreicher Länder, sondern vor allem bei Netflix zu sehen sein werden. Das wurde im Vorfeld bereits heftig kritisiert.

„Ich sage nicht, dass ich nicht offen für neue Technologien bin“, sagte dann auch Juryvorsitzender Almodóvar in einem leidenschaftlichen Appell für das Kino. Er persönlich fände es aber nicht gut, wenn ein Film in Cannes die Goldene Palme gewänne und dann nicht auf der großen Kinoleinwand zu sehen sei.

dpa

stol