Dienstag, 06. Dezember 2016

00A Gallery: Elisabeth Hölzl "GABEN"

Am Freitag, den 9. Dezember findet um 20 Uhr in der 00A Gallery in Meran die Eröffnung der Ausstellung „Gaben” der Meraner Künstlerin Elisabeth Hölzl statt. Das Ausstellungsprojekt, das von Camilla Martinelli kuratiert wird, spannt den Bogen von der Fotografie zur räumlichen Installation.

Das Ausstellungsprojekt von Elisabeth Hölzl spannt den Bogen von der Fotografie zur räumlichen Installation.
Das Ausstellungsprojekt von Elisabeth Hölzl spannt den Bogen von der Fotografie zur räumlichen Installation.

Am Freitag, den 9. Dezember findet um 20 Uhr in der 00A Gallery in Meran die Eröffnung der Ausstellung „Gaben” der Meraner Künstlerin Elisabeth Hölzl statt. Das Ausstellungsprojekt, das von Camilla Martinelli kuratiert wird, spannt den Bogen von der Fotografie zur räumlichen Installation. Die 2015 entstandene Fotoserie über die Einrichtungsgegenstände der Sommerresidenz einer piemontesischen Familie war das Ausgangsmaterial für diese Ausstellung.

In den vergangenen Jahrhunderten pflegten italienische Familien die Wände ihrer mehr oder weniger herrschaftlichen Häuser mit Tellerstellagen- oder Kompositionen zu schmücken. Diese Art der Dekoration, sei sie einfach oder kostbar und effektvoll, ist der Ausdruck von Wohlstand, Überfluss und Dankbarkeit und gehörte zum Selbstverständnis der Familien der verschiedensten Gesellschaftsklassen.

Fokus liegt auf weißem, schlichten Porzellan

An den Wänden der von Elisabeth Hölzl besuchten Privatvilla im Piemont hängen verschiedene Gruppen von Dekorationstellern; die Künstlerin hat ihre Aufmerksamkeit allerdings nicht auf die buntesten und exotischsten unter ihnen gerichtet, sondern vielmehr auf eine Serie weißen, schlichten Porzellans. In der Folge sind Fotografien und fotografische Drucke auf Stoff entstanden, die in der Ausstellung wie weich von den Wänden fallende Tischtücher platziert sind.

Reflexion über Schenken und Geben

Dieses Projekt ist eine Reflexion über das Schenken und das Geben, über den Sinn von Fülle und Leere. Das Weiß der Porzellanteller wirkt sowohl in der Fotografie als auch im Ausstellungsraum farbentleert vor dem monochromen Hintergrund der Wände und verstärkt die Leere dieser schwebenden Elemente, mattzarte Flächen, die sich in all ihrer Wesentlichkeit zeigen, wie potenzielle „Gaben“, nackt, bescheiden, unpersönlich.

Die Leere dieser Teller löst unterschiedliche Assoziationen aus: die Nahrungsverweigerung bei vollen Tellern in unserer Überflussgesellschaft einerseits, das nicht Teil haben können am Überfluss von Menschen in Notsituationen andererseits. Durch die Sensibilität der Künstlerin werden Objekte aus dem „Leben anderer“ Bedeutungsträger für soziale Prozesse und Hintergründe.

Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Im Ausstellungsprojekt von Elisabeth Hölzl in der 00A Gallery zeigt sich wieder einmal ihr Interesse für Orte und Objekte, die an eine persönliche und familiäre Vergangenheit gebunden sind. In dieser Werkgruppe geht die Künstlerin über die Zweidimensionalität der fotografischen Oberfläche hinaus, greift in den Raum aus und schafft somit einen Dialog zwischen wirklichem und dargestelltem Objekt, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen persönlicher Betroffenheit und dokumentarischem Blick auf das real Existierende.

"Conditio humana"

Der Fotografie von Elisabeth Hölzl liegt im Wesentlichen ein konzeptueller Ansatz zugrunde, durch ihre Themen enthüllt oder wiederspiegelt sie die „conditio humana“ und lässt uns durch ihren „empathischen Blick“ daran teilhaben.

Eröffnung am 9. Dezember

Die Ausstellung von Elisabeth Hölzl eröffnet Freitag, den 9. Dezember um 20 Uhr in der 00A Gallery von Meran, Ortensteingasse 4. Die Ausstellung bleibt Samstag 10.12 und Sonntag 11.12. von 14 bis 21 Uhr geöffnet und am darauffolgenden Wochenende von Freitag 16.12 bis Sonntag 18.12 immer von 14 bis 21 Uhr. Am Samstag 17.12. findet ein geführter Rundgang durch die Ausstellung mit der Künstlerin statt. Der Eintritt ist frei.

stol

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