Montag, 21. Februar 2022

Ein Kunstwerk für die Raiffeisen Landesbank Südtirol

Alexander Wierer hat heute seine Skulptur „o. T. (Printer)„ in der Schalterhalle der Raiffeisen Landesbank Südtirol präsentiert. Der Künstler hat vom Kunstbeirat den Förderpreis 2020 der Raiffeisen Landesbank Südtirol verliehen bekommen. Mit der Vergabe dieses Preises ist die Schaffung eines Auftragswerks für die Bank verbunden. Wierer hat hierfür das Werk “o.T. (Printer)“ entworfen, für das er einen handelsüblichen Computer-Drucker in Aluminium gießen lies.

Von links: RLB-Generaldirektor Zenone Giacomuzzi, Kunstbeirätinnen Lisa Trockner, Brigitte Matthias, Cristoph Brugger von Spherea 3D, der Künstler Alexander Wierer, Kunstbeirat Günther Dankl, Peter Daldors von Pherea 3D und RLB-Präsident Hanspeter Felder - Foto: © Damian Pertoll

Anlässlich der Präsentation wurde zudem die neue automatisierte Führung durch die virtuelle Galerie der Raiffeisen Kunstsammlung vorgestellt.

Bereits zum 8. Mal erhielt ein junger Künstler im Jahr 2020 im Rahmen der Verleihung des Förderpreises der Kunstsammlung der Raiffeisen Landesbank Südtirol die Möglichkeit zur Ausführung eines Auftragswerks.
Die Kunstbeiräte Lisa Trockner, Brigitte Matthias und Günther Dankl vergaben den Förderpreis 2020 an den aus Brixen stammenden Künstler Alexander Wierer.

„Der Förderpreis ist eine der wertschöpfenden Initiativen der Raiffeisen Kunstsammlung der Landesbank: Damit wird Nachwuchstalenten das Vertrauen geschenkt, ein neues Werk, das Teil der Sammlung wird, zu schaffen. Auftragskunst ist für Künstler eine spannende Herausforderung und für Sammlungen ein großer Mehrwert“, erklärt Lisa Trockner, Kunstbeirätin der Raiffeisen Kunstsammlung.

„Nur wer genau hinschaut, erkennt das Kunstwerk“

Alexander Wierer schuf die Skulptur „o.T. (Printer)“ für die Raiffeisen Landesbank Südtirol. „Wierers Arbeit ertappt uns in unserem geschäftigen Berufsalltag, in dem wir erwarten, dass alles einen Zweck hat und funktioniert. Nur wer genau hinschaut, erkennt das Kunstwerk“, sagt Präsident Hanspeter Felder.

Für die Arbeit „o.T. (Printer)“ macht Alexander Wierer einen handelsüblichen Drucker vom Gerät zur Skulptur, indem er den Drucker in Aluminium gießt. Das Objekt verliert damit seine ursprüngliche Funktionsfähigkeit. Ein nicht betriebsbereites Gerät verliert im Arbeitsalltag üblicherweise schnell seine Daseinsberechtigung und wird entsorgt.

Alexander Wierer und sein Kunstwerk „o.T. (Printer)“. - Foto: © Damian Pertoll


Damit führt uns Wierer die Oberflächlichkeit im Umgang mit dem Alltäglichen vor Augen. Wir sind umgeben von unzähligen Gebrauchsgegenständen, die wir benötigen, die uns nützlich, die uns lieb, die uns lästig sind. Dinge, die für uns normal sind, die ihre Funktion erfüllen, die da sind und über die wir uns nie groß Gedanken machen. Deren Form wir erkennen jedoch im Grunde nicht kennen.

Wierer spielt mit dieser Funktionsabhängigkeit des Menschen, indem er Dinge zerlegt, neu rekonstruiert und von ihrer Bestimmung befreit. Ein widersprüchlicher Prozess, bei dem ein wenig beachteter, aber viel genutzter Gegenstand durch Dekontextualisierung unserem Anwendungsradius entzogen wird. Was bleibt, ist das Ding an sich, seine Form.

Seine Arbeiten sind nicht auf Sockeln, in Vitrinen oder nur in für Kunst gemachten Orten zu sehen, sondern mischen sich mit dem Gewohnten, sodass sie beim zufälligen Entdecken für einen Überraschungseffekt sorgen. So ist es nicht selten, dass Wierers Kunst nur dem Achtsamen vorbehalten ist. Auch die Arbeit „o.T. (Printer)“ ist in der Bank am Boden in einer Ecke zu finden. Ähnlich wie ein Gerät, dass zur Entsorgung abgestellt wurde.

Der Künstler

Alexander Wierer wurde 1989 in Brixen geboren. Nach dem Studium an der Accademia di Belle Arti Bologna, ab 2013 Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Münster als Meisterschüler bei Professor Henk Visch. Studienaufenthalte und Ausstellungsbeteiligungen unter anderem an der UB Barcelona, Tokio University of Arts, Central Academy of Fine Arts Beijing und College for Music and Arts Palazzo Ricci, Montepulciano. Seit 2018 Akademiebrief Freie Kunst; Kunstakademie Münster. 2020 erhält er für seine künstlerische Tätigkeit den Förderpreis der Raiffeisen Landesbank Südtirol. Er realisiert in diesem Rahmen die Skulptur „o.T. (Printer)“.

Im Anschluss an die Vorstellung der Skulptur präsentierte Peter Daldos, Geschäftsführer des Bozner IT-Unternehmens Spherea 3D, die beiden neuen Funktionen der virtuellen Galerie der Raiffeisen Kunstsammlung. Der Online-Besucher kann sich nun zusätzlich zur freien Tour auch mit einer geführten Tour automatisch durch die gesamte Sammlung begleiten lassen. Dabei werden ihm die Werkbeschreibungen vorgelesen oder er kann sie selbst lesen. Eine visuelle Anleitung zur Handhabung der Galerie erleichtert die Begehung. Das innovative Südtiroler Projekt ermöglicht es, die Raiffeisen Kunstsammlung rund um die Uhr an jedem Wochentag und weltweit zu besichtigen.

Die Werkbeschreibung von „o.T. (Printer)“ und der Zugang zur virtuellen Galerie sind hier abrufbar.

Förderpreisträger Alexander Wierer mit seiner Skulptur „o.T. (Printer)“ Foto: Damian Pertoll


v.l. RLB-Generaldirektor Zenone Giacomuzzi, Kunstbeirätinnen Lisa Trockner, Brigitte Matthias, Cristoph Brugger von Spherea 3D, der Künstler Alexander Wierer, Kunstbeirat Günther Dankl, Peter Daldors von Pherea 3D und RLB-Präsident Hanspeter Felder Foto: Damian Pertoll

stol

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