Dienstag, 19. Mai 2015

Frida Kahlos Kleider

Wenn sich Badezimmertüren öffnen... Die Kleidung der mexikanischen Malerin Frida Kahlo war 50 Jahre lang in einem Badezimmer weggeschlossen. Bis jetzt.

Die Kleidung inklusive Prothese - der mexikanischen Malerin Frida Kahlo war 50 Jahre lang in einem Badezimmer weggeschlossen.
Die Kleidung inklusive Prothese - der mexikanischen Malerin Frida Kahlo war 50 Jahre lang in einem Badezimmer weggeschlossen. - Foto: © APA/Reuters

Farbenprächtig und reich bestickt: So waren die Kleider, die die mexikanische Malerin Frida Kahlo trug. Ihre zum Teil recht intimen Kleidungsstücke hat die japanische Fotografin Ishiuchi Miyako fotografiert, nachdem sie 50 Jahre lang in Mexiko Stadt weggeschlossen waren, in einem Badezimmer des Hauses, in dem die Künstlerin vor ihrem Tod 1954 gelebt hatte.

Der Londoner Galerist Michael Hoppen zeigt bis zum 12. Juli das Werk der Fotografin, die im Auftrag des Frida Kahlo Museums Mexiko die Aufnahmen gemacht hat.

"Sie war eine außergewöhnliche Frau genauso wie Ishiuchi. Die Kombination hat in der fotografischen Community, wie auch bei den Fans von Frida Kahlo, eine riesiges Interesse ausgelöst. Jeder scheint sehen zu wollen, wofür diese Frau stand und wozu sie fähig war."

Nagellack und Sonnenbrille

Auf Miyakos Fotografien sind unter anderem Frida Kahlos Nagellack und ihre Sonnenbrille, wie auch ihre üppig dekorierten Kleider im traditionellen mexikanischen Stil zu sehen. Meist lange Röcke, die ihren von Krankheit und einem Busunfall deformierten Körper verbergen sollten.

Die Prothese: bunt bemalt und mit chinesischer Stickerei 

In ihrem letzten Lebensjahr hatten die Ärzte das rechte Bein amputiert, von Wundbrand zerfressen. Ein Foto zeigt ihre Prothese, bunt bemalt und mit chinesischer Stickerei und mit Glöckchen dekoriert.

"Frida Kahlo ist sehr berühmt. Deshalb war ich ziemlich nervös, als ich die Sachen das erste Mal sah. Ich war drei Wochen lang in ihren Haus um zu fotografieren, im "blauen Haus", wo sie geboren wurde und wo sie starb. Nach und nach kam es mir vor, als würde ich mit Frida Kahlo direkt kommunizieren. In ihren Sachen erkannte ich ihre ganze Traurigkeit. Es gab niemand mehr, der sie trug, weil Frida schon so lange tot war."

Frida Kahlo starb im Alter von 47 Jahren nach einer Lungenentzündung. Ihr Mann, der Maler Diego Riviera, hatte verfügt, dass der Raum erst 15 Jahre nach ihrem Tod geöffnet werden darf. Doch es sollte 50 Jahre dauern, bis der Schatz gehoben wurde.

reuters

stol