Samstag, 28. Mai 2016

Künstler druckt gesamte deutschsprachige Wikipedia aus

Das Onlinelexikon Wikipedia ist deshalb so erfolgreich, weil es schneller zur Hand ist als ihre gedruckten Gegenstücke und zudem noch platzsparend. Ein Laptop oder Smartphone mit Internetzugang genügen und ein Großteil des Wissens der Menschheit steht einem offen. Wozu sollte man also die Wikipedia ausdrucken wollen? Die Antwort, wie so oft: für die Kunst.

Foto: Facebook/MichaelMendiberg.
Foto: Facebook/MichaelMendiberg.

Und das Volumen ist beachtlich: insgesamt 3.406 Bände kamen bei der Aktion des US-Amerikaners Michael Mendiberg zusammen. Wie SZ-Online berichtet stellt der New Yorker Künstler sein Werk derzeit unter dem Titel "Print Wikipedia: from Aachen to Zylinderdruckpresse" in Aachen aus.

Gegenüber SZ-Online sagt Mendiberg, dass sein Kunstwerk der Visualisierung von Daten diene. Mega- und Gigabyte seien für viele Menschen nicht greifbar, ein gedrucktes Buch sei es sehr wohl. "Wenn ich sage, dass die deutschsprachige Wikipedia so und so viele Gigabyte Daten umfasst, sagt dir das gar nichts", so der Künstler, "Aber wir verstehen, wie viele Informationen in einem Buch stecken."

Hauptstädte und Haustiere

Interessant ist, woraus die Wikipedia besteht. Die Artikel zur DDR etwa füllen allein drei Bände in Mendibergs Werk. Ein riesiger Bestandteil des Onlinelexikons sind aber Listen: 273 Bände liesen sich mit der Auflistung von Hauptstädten, Oscar-Preisträgern oder den Tieren die im Laufe der Zeit das Weiße Haus bewohnten füllen.

Die deutsche Ausgabe der Wikipedia umfasst rund 2 Millionen Artikel. Weltweit sind es an die 37 Millionen. Theoretisch kann jeder zur Füllung der Wikipedia beitragen. Eingeschickte Artikel werden von einer Kommission geprüft und nach einem positivem Fazit freigeschaltet.

stol/bfk

stol