Dienstag, 03. März 2015

Petra Pollis „power words“

Gibt man im Internet den Suchbegriff POWER WORDS ein so erhält man innerhalb 0,30 Sekunden 137.000.000 Treffer.

Aber was genau sind POWER WORDS und wer benutzt diese? Laut meiner Recherche gibt es Wörter, die alleine schon beim Aussprechen, Denken oder Zuhören Gefühle und Reaktionen auslösen. Sogenannte POWER WORDS.

Die Sprachpsychologie beschäftigt sich schon seit längerem mit der Frage, welchen Einfluss Wörter auf unser Denken haben. Die Sprachforscher sind sich einig, dass Wörter unser Denken, handeln, wahrnehmen und sogar unsere Erinnerung beeinflussen. Psychologen und Hirnforscher finden immer mehr Hinweise darauf, dass Worte unser Denken und Handeln prägen, und dass wir uns tatsächlich schon mit unserer Muttersprache bestimmte Denkmuster aneignen, die unser Leben beeinflussen.

Doch vielfach bekommen wir den Einfluss der Worte gar nicht mit und lassen uns daher von ihnen manipulieren. In diesem Bereich haben Werbetexter, Marketingprofis, Motivationstrainer und Politiker eines gemeinsam: sie „manipulieren“ ihre Zielgruppen durch die Verwendung emotionaler Adjektive. Eine kleine Veränderung in der Wortwahl kann in uns starke Emotionen hervorrufen und unser Verhalten beeinflussen.

Ein einziges Wort ist somit in der Lage unsere Sichtweise in eine neue Richtung zu lenken und Entscheidungen zu beeinflussen. Wie im Artikel von Stefanie Schramm und Claudia Wüstenhagen in der Zeit (30. November 2012) zu lesen ist, ergaben Studien, dass allein die Beschreibung von Lebensmitteln das Geschmackserlebnis beeinflussen kann. Gebäck schmeckt besser, wenn es laut Speisekarte nach einem »Rezept der Großmutter« gebacken oder »traditionell« erzeugt wurde. Unsere Wahrnehmung ist also alles andere als objektiv, sie lässt sich von Begriffen leiten.

Doch welche Wörter beflügeln unsere Stimmung am meisten? Es sind vor allem Wörter, die unsere Vorstellung anregen und uns mitfühlen lassen. In dieser bildlichen Sprache werden vor allem emotionale Adjektive benutzt, die bestens dafür geeignet sind Gefühle bei anderen auszulösen. Beispiele solcher Begriffe sind: attraktiv, regional, dynamisch, naturrein, keimfrei, turbulent usw.

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl dieser POWER WORDS, die mittels Malerei und Siebdruck umgesetzt wurden. Die gesamte Ausstellung befasst sich mit dem öffentlichen Raum und sieht diesen zugleich als manipulativen Raum.

Petra Polli, geboren in Bozen, studierte Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und am Mozarteum in Salzburg. Sie lebt und arbeitet in Seis am Schlern und Leipzig.

Die Eröffnung findet am 13. März um 19.30 Uhr in der Galerie Prisma statt.
Die Ausstellung bleibt von Dienstag bis Samstag von 10.00 - 12.30 und von 16.00 – 19.00 Uhr bis zum 4. April zugänglich.

stol