Montag, 26. Juni 2017

Sepp Mall erhält Großes Literaturstipendium

Alle 2 Jahre verleiht das Bundesland Tirol seine Großen Literaturstipendien. Am Montagabend hat Nordtirols Kulturlandesrätin Beate Palfrader die beiden neuen Stipendiaten gewürdigt. Einer davon ist der in Meran lebende Sepp Mall.

Sepp Mall, Landesrätin Beate Palfreider und  Ursula Scheidle. - Foto: Land Tirol/Sax
Sepp Mall, Landesrätin Beate Palfreider und Ursula Scheidle. - Foto: Land Tirol/Sax

Der 61-jährige Sepp Mall erhielt das Stipendium in der Sparte „Lyrik“. „Als Lyriker und Romanschriftsteller hat sich Sepp Mall längst ein Renommee erarbeitet – seine Werke wurden vielfach ausgezeichnet. Sein eingereichtes Projekt besticht nicht nur durch die von Sprach- und Bildkraft zeugenden Gedichte, sondern vor allem auch durch eine beachtenswerte Weiterentwicklung seines lyrischen Schaffens“, beschreibt Landesrätin Palfrader am Montag das Vorhaben Sepp Malls.

Ein Vorhaben, bei dem Mall, der aus dem Vinschgau stammt, die Holocaust-Thematik, die ihn bereits in seinem ersten Gedichtband „Läufer im Park“ beschäftigte, wiederaufnehmen und vertiefen möchte. Im „lyrischen Nachdenken über Bäume“ bezieht er sich auf Themen wie Vertreibung, Flucht sowie die Natur in ihrer Schönheit. Im Fokus seiner Werke stehen die Bäume sowie deren stille Funktion als Zeitzeugen.

Prosa-Stipendium für Ursula Scheidle

In der Sparte Prosa geht das Stipendium an die Innsbruckerin Ursula Scheidle, die mit ihrem Romanprojekt „M (Die einzige Antwort auf den Tod ist das Leben)“ überzeugte.

Die Schauspielerin, Autorin und Regisseurin beschäftigt sich in ihrem Projektroman mit der in Vergessenheit geratenen österreichischen Dichterin, Bildhauerin und Schauspielerin Melitta Urbancic, die nach ihrer Flucht vor dem Nationalsozialismus im Jahr 1938 gemeinsam mit ihrem Mann Victor Urbancic in Island lebte.

In ihrer literarischen Auseinandersetzung geht es um die Aufarbeitung der Familiengeschichte und das Aufgreifen aktueller Fragen der Erinnerung, Flucht, Migration und Integration. „Das Paar Urbancic prägte das kulturelle Leben in Island nachhaltig. Mit Scheidles Romanvorhaben wird das bislang wenig beachtete künstlerische Schaffen Melitta Urbancics in das öffentliche Licht gerückt“, sagt LRin Palfrader.

Stärkung zeitgenössischer Literatur aus Tirol

Mit den Literaturstipendien bekommen Autoren, die sowohl biografisch als auch literarisch eng mit Tirol verbunden sind, die Möglichkeit, sich ganz auf ihre schriftstellerische Tätigkeit zu konzentrieren.

Die Vergabe der Stipendien erfolgt auf Vorschlag einer Fachjury. „Die Einreichungen spiegeln die große Vielfalt und Qualität des literarischen Schaffens in Tirol wider. Die Stipendien sollen nicht nur die Umsetzung konkreter literarischer Projekte ermöglichen, sondern generell die öffentliche Wahrnehmung zeitgenössischer Literatur stärken“, hebt Landesrätin Palfrader am Montag hervor.

stol

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