Montag, 23. April 2018

Medizinstudium: Regelung EU-widrig

Wenn es dabei bleibt, dass für einen Medizinstudienplatz in Deutschland die abgelegte Aufnahmeprüfung an einer Universität in Italien vorgewiesen werden muss, dann verstoße das eindeutig gegen EU-Recht.

Die Ausbildungsplätze für angehende Ärzte sind heiß umkämpft, ebenso heiß begehrt ist angesichts des Mediziner-Mangels jeder einzelne Arzt: Wohl auch deshalb greift Deutschland zu fragwürdigen Methoden bei der Zuweisung der Ausbildungsplätze.
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Die Ausbildungsplätze für angehende Ärzte sind heiß umkämpft, ebenso heiß begehrt ist angesichts des Mediziner-Mangels jeder einzelne Arzt: Wohl auch deshalb greift Deutschland zu fragwürdigen Methoden bei der Zuweisung der Ausbildungsplätze. - Foto: © shutterstock

Davon ist der Europarechts-Experte Prof. Walter Obwexer von der Universität Innsbruck überzeugt. Entsprechende Klagen vor Gericht oder vor der EU-Kommission hätten sicherlich Erfolg – nur könne das Jahre dauern.

Wie berichtet, hat die deutsche Kultusministerkonferenz beschlossen, dass ab dem Wintersemester 2018/19 nicht mehr wie bisher das italienische Maturazeugnis als Zugangsberechtigung ausreiche, sondern dass zudem die Aufnahmeprüfung an einer medizinischen Universität in Italien abgelegt werden muss. Dabei müssen mindestens 20 Punkte erreicht werden. 

Weil der Nachweis über die abgelegte Prüfung bereits bei der Anmeldung an einer deutschen Universität vorgelegt werden muss, die Aufnahmeprüfungen aber erst fast 2 Monate nach dem Anmeldeschluss in Deutschland stattfinden, würden Südtiroler mindestens ein Jahr verlieren.

D/wib

Den vollständigen Artikel und alle Hintergründe gibt es in der aktuellen Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol