Freitag, 05. August 2016

Festival CastellCello auf der Brunnenburg

Drei Abende - vom 5. bis zum 7. August - für ein weltweit seltenes Festival, das ausschließlich dem Violoncello gewidmet ist. Im bezaubernden Innenhof der Brunnenburg findet die dritte Ausgabe von CastelCello statt.

Umberto Clerici mit seinem Cello. - Foto: Laura Stanca
Umberto Clerici mit seinem Cello. - Foto: Laura Stanca

Das Hauptthema der diesjährigen Ausgabe vom 5.-7. August ist das Doppel. Sei es als Spiegelbild, als Rivale oder als Gesprächspartner: Im Laufe des zweiten und dritten Abends der Konzertreihe wird unser Hauptdarsteller, nämlich das Cello, mit gleichwertig traditionellen Saiteninstrumenten in rivalisierende, allemal interessante und auch witzige Dialoge eintreten. Der erste Abend hingegen ist einem 'Selbstgespräch' des Cello mit großen Komponisten der Zeit gewidmet.

Ein cellistisches Selbstgespräch

Am 5. August eröffnet Umberto Clerici, einer der international am meisten profilierten italienischen Cellisten, das Festival mit einem Solo-Recital, das den Titel Suite „al cubo“ trägt. Seine Idee: den sechs Sätzen einer Suite von Bach genauso viele Stücke verschiedener Epochen und Stilrichtungen hinzuzufügen. Daraus entsteht eine neue Suite, welche die ursprüngliche Struktur von Bach vervielfältigt und in einem Spiel von unerwarteten Verbindungen und Hinweisen spannende Beziehungen schafft zwischen ihren verschiedenen Teilen. Die daraus hervorgehende, außergewöhnliche, individuelle und kennerische Kombination klassischer Werke begeistert in ihrer Virtuosität.

 Ein musikalisches „Duell“ zwischen Cello und Gambe

Der zweite Abend am 6. August ist der Gegenüberstellung von Cello und Gambe gewidmet. Der Cellist aus Madrid Josetxu Obregòn und die Violistin aus Kuba Lixsania Fernandez Marrero  – Musiker des spanischen Ensembles „La ritirata“, das im Bereich Alter Musik zu den besten Europas gehört – tragen ein musikalisches 'Duell' aus. Cello und Gambe standen sich nämlich für längere Zeit rivalisierend gegenüber: einander ebenbürtig, und doch nicht gleich. Dieses Programm will den Übergang von einem Instrument zum anderen darstellen, denn das Cello hat seinen Ursprung in der Tat in der Gambe, neben der es im 17. Jahrhundert gespielt wurde, um sie dann endgültig zu verdrängen. Es war eine Epoche, in der man für das eine oder das andere Partei ergriff, und diese scherzhafte 'Herausforderung' bildet die Thematik des Abends.

Violoncello und Violine: Ein charmantes Duett

Das dritte und letzte Konzert von CastelCello am 7. August ist hingegen dem Zusammenspiel von Violoncello und Violine gewidmet. Protagonisten des Abends sind der Cellist Francesco Dillon, einer der anerkanntesten Interpreten seines Instruments im Bereich der zeitgenössischen Musik, und der Violinist und Komponist Marcello Fera. Ihr Programm reicht vom 17. Jahrhundert bis in unsere Zeit und umfasst klassische Stücke, Transkriptionen und Improvisationen. An diesem Abend werden die verschiedenen Möglichkeiten eines Dialogs zwischen den beiden Instrumenten ausgelotet. Auf dem Programm steht Musik von Landini, Torelli, Bach, die Uraufführung des Stücks „La sacra conversazione“ von Marcello Fera & Roberta Dapunt und das faszinierende Duo „Castillo Interior“ des lettischen Komponisten Peteris Vasks.

stol

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