Vom 16. bis zum 25. September ist das Kulturzentrum Grand Hotel Toblach Schauplatz der Festspiele. Die künstlerische Leitung haben auch in diesem Jahr Gustav Kuhn und Andreas Schett inne. Es spielen das Haydn Orchester von Bozen und Trient sowie das neu gegründete Chor- und Orchesterinstitut Toblach. Trias "Mahler – Kontraste – Belcanto"Abermals steht die Trias "Mahler – Kontraste – Belcanto" als strukturierendes Element im Mittelpunkt. Schließlich beginnt und enden die Festspiele mit Mahler - dem "Lied von der Erde" und der "9. Symphonie".Am Eröffnungsabend wird außerdem die Uraufführung von Michael Löschs Auftragskomposition "interactions" zu hören sein, ein zeitgenössisches Stück für Orchester, Saxophon und Klavier.Dazwischen reihen sich Musikabende mit wiederentdeckten Raritäten und Zeitgenössischem. Einen Schwerpunkt bildet heuer, neben Mahler, Brahms. Ihm widmen die Festspiele einen Klavierabend (20. September) mit dem Mailänder Pianisten Davide Cabassi, der tänzerische Kompositionen Brahms aufführen wird.Für einen ungewöhnlichen Blick auf Brahms’ "Deutsche Volkslieder" sorgt die Osttiroler Musicbanda "Franui" (24. September). Sie hält die Brahms’schen Notenblätter gegen das Licht und komponiert sie weiter.Als eine "absolute Neuigkeit" kündigte Maestro Kuhn die Aufführung von Rossinis "Otello" an (17. September). Der Belcanto-Beitrag werde in der seltenen Fassung von 1831 aufgeführt, die für die Diva Maria Malibran entstanden war.Ein Konzertabend (21. September) wird Mahles Freund Richard Strauss gewidmet. Er verbrachte seine Zeit gern in Sillian in Osttirol, unweit von Toblach. Auf dem Programm stehen Werke für gemischten Chor. Am selben Abend wird auch Mozarts "Requiem" aufgeführt.Strauss' Klaviertranskription von "Till Eulenspiegels lustigen Streichen" wird an einem Klavierabend (22. September) mit dem Ausnahmepianisten Vincenzo Maltempo neben Raritäten der Mahler-Freunde Hans Rott und Ludwig Thuille aufgeführt.Das vollständige Programm der Festspiele Südtirol finden Sie hier. "Keine Konkurrenz"Dass die Festspiele ihre Feuerprobe im vergangenen Jahr bestanden haben, darüber war man sich am Donnerstag bei der Präsentation des Programms einig. Besonders den Vorwurf, dass es in Toblach, wo seit über 30 Jahren auch die Gustav-Mahler-Musikwochen stattfinden, nun zu viel an Musik gebe, wies man von sich. "Es hat sich gezeigt, dass die Festspiele keine direkte Konkurrenz zu den Gustav-Mahler-Musikwochen sind", betonte Landeshauptmann Luis Durnwalder auf der Pressekonferenz. Die Festspiele seien vielmehr als eine Ergänzung zu sehen.Die erste Ausgabe im vergangenen Jahr sei eine Bestätigung dafür gewesen, dass man auf dem richtigen Weg sei. "Die Festspiele werden angenommen."Auch davon, dass es in Toblach zu viel Mahler gebe, wollte man nichts hören. Hansjörg Viertler, Präsident der Gustav-Mahler-Musikwochen, Organisator der Südtirol Festspiele und Geschäftsführer des Kulturzentrums Grand Hotel Toblach, meinte dazu: "Es ist falsch zu sagen, in Toblach gibt es zu viel Mahler. Es gibt nie zu viel Mahler. Wir haben hier ein Potential, das wir nie genug ausschöpfen können."Kostenpunkt: rund 600.000 EuroDurnwalder sieht die Festspiele auch als eine Investition in das Image Südtirols als Kulturland. Man solle das Land schließlich nicht nur mit Speck, Wien, Schlössern und schönen Landschaften in Verbindung bringen, sondern auch mit traditioneller und zeitgenössischer Kultur. "Ich glaube, dass das Geld hier gut angelegt ist", gab sich Durnwalder überzeugt.Das Budget für die Festspiele Südtirol beläuft sich auf rund 600.000 Euro. Davon steuert die Region 500.000 Euro in Form von Beiträgen bei. ba