Montag, 20. April 2020

FSU-Initiative „Theater im PC“ wird erweitert

Weit über 500 Theaterinteressierte in Südtirol – aber nicht nur – haben die Videoaufzeichnungen der FSU-TaE Produktionen, die seit Beginn der coronabedingten Einschränkungen auf der Homepage zu sehen sind, angeklickt.

„Finsternis  – ein bäuerliches Trauerspiel in 2 Akten“ von Herbert Rosendorfer ist ein beißend ironisches Stück über Aberglauben und Volksfrömmigkeit im schönen Land Tirol.
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„Finsternis – ein bäuerliches Trauerspiel in 2 Akten“ von Herbert Rosendorfer ist ein beißend ironisches Stück über Aberglauben und Volksfrömmigkeit im schönen Land Tirol. - Foto: © Andreas Nestl
Diese Interessensbekundung an der Arbeit der Freilichtspiele Südtiroler Unterland - Theater an der Etsch hat die beiden Bühnen dazu bewogen, das Angebot in Kürze mit der Aufzeichnung einer Lesung mit Roland Selva des Stückes „Finsternis – ein bäuerliches Trauerspiel in 2 Akten“ von Herbert Rosendorfer, zu erweitern.

Die Musik stammt von Helga Plankensteiner und Michl Lösch. Für Bühne und Kostüm zeichnet Nora Veneri verantwortlich. Die Lichtgestaltung ist von August Zambaldi und die Zeichnung von Peter Greif. Das Video hat Alfons Haller erstellt.

Darüber hinaus arbeiten die FSU-TaE zur Zeit an einer Durchführungsmöglichkeit der Sommerproduktion 2020.
Wenn’s über die „Bretter die die Welt bedeuten“ nicht geht, dann über den PC – der auch die Welt bedeutet...
Rosendorfers Vermächtnis

Das Werk von Rosendorfer ist ein beißend ironisches Stück über Aberglauben und Volksfrömmigkeit im schönen Land Tirol.
Schauplatz: das Tiroler Dorf Kösten am See um 1850.

Rosalie Altmann hat jeden Freitag Visionen, sie zeigt ihre Wundmale und verkauft Fürbitten gegen bare Gulden. In diesen Jahrmarkt der Wundertätigkeiten, Heiligsprechungsverfahren und Geschäftemacherei gerät der Italienreisende Dr. Grau, Oberlandesgerichtsrat aus Naumburg an der Saale, und findet alles andere als eine herzliche Aufnahme. Der aufgeklärte Protestant ist vor allem dem bischöflichen Visitator und Exorzisten Monsignore Piffrader, einem hab- und fressgierigen eitlen Pfaffen, ein Dorn im Auge, und er unternimmt alles, um Dr. Grau loszuwerden. Als der Monsignore sich von der Wahrsagerin seine Bischofsnachfolge weissagen lässt, überstürzen sich die Ereignisse. Finsternis ist ein Stück, in dem zwei Lebenshaltungen aufeinanderprallen: alpine Wundergläubigkeit und obrigkeitsgelenkte Heuchelei versus aufgeklärten, vernunftgeleiteten nordischen Geist. (Folio Verlag)

eva