Montag, 7. März 2022

„Mein Kampf“ – Gastspiel des Wiener Burgtheaters im Waltherhaus in Bozen

George Tabori war einer der ersten, der Adolf Hitler als Komödienfigur wiederentdeckte – knapp 50 Jahre nach Charlie Chaplins „Der große Diktator“. In seiner Groteske „Mein Kampf“, deren Titel von Hitlers ideologischer Kampfschrift herrührt, lässt Tabori Hitlers frühe Wiener Jahre Revue passieren.

Die Gastspiele des Wiener Burgtheaters finden am Mittwoch, 16. und Donnerstag, 17. März im Waltherhaus in Bozen statt. - Foto: © Marcella Ruiz Cruz

Tabori, dessen Vater in Ausschwitz ermordet wurde, begegnete dem Rassismus mit schwarzem Humor. In „Mein Kampf“, einem der wichtigsten Theaterstücke der 1980er-Jahre, trieb er es bunt mit Hitler: Als Landei aus Braunau am Inn, noch grün hinter den Ohren und doch schon gestochen vom Größenwahn, reist der junge Hitler zum ersten Mal in seinem Leben nach Wien – im Gepäck ein paar mittelprächtige Aquarelle, mit denen er sich an der Kunsthochschule zu bewerben gedenkt.

Er kommt in einem Männerheim unter, wo er sich mit Koscher-Koch Lobkowitz und Buchhändler Shlomo Herzl ein Zimmer teilt. Die beiden Juden sind sich uneins. Während Lobkowitz den jungen Hitler kritisch beäugt, beginnt Herzl, sich väterlich um ihn zu kümmern …

1987 führte George Tabori bei der Uraufführung seines Stückes im Wiener Akademietheater, einer Spielstätte des Burgtheaters, selbst Regie. Die neue Inszenierung nahm nun der aus Israel stammende Schauspieler und Regisseur Itay Tiran in die Hand.

Die Gastspiele des Wiener Burgtheaters finden am Mittwoch, 16. und Donnerstag, 17. März im Waltherhaus in Bozen statt. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Die kostenlose Einführung beginnt um 19.30 Uhr.
Informationen und Karten im Südtiroler Kulturinstitut unter 0471 313800.
Unterstützt wird der Abend von Interconsult und der Unternehmerinitiativer Wirtschaft und Kultur Bozen; subventioniert von der Südtiroler Landesregierung, Abteilung Deutsche Kultur.

stol

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