Montag, 21. September 2015

Vier Städtetheater, vier dichte Kulturprogramme

Die vier Südtiroler Städtetheater – Gruppe Dekadenz in Brixen, Theater in der Altstadt Meran, Stadttheater Bruneck und Carambolage in Bozen – stellen ihre neue Spielzeit vor.

Die vier Südtiroler Städtetheater eröffnen mit Ende September ihre Spielzeit und präsentieren wiederum ein dichtes Kulturprogramm auf hohem Niveau mit Theater-Eigenproduktionen, ausgesuchte Gastveranstaltungen, Kabaretts, Kindertheater, Konzerte, dem Filmfestival „Ivo Barnabó Micheli“ in Bruneck und dem 14. Europäischen Kleinkunstwettbewerb „Niederstätter surPrize“ in Bozen.

Gruppe Dekadenz Brixen

Die Gruppe Dekadenz, gegründet 1980, startet nach ihrem 35-Jahre-Kulturmarathon mit der Theater-Eigenproduktion „Auf ein Neues“ mit Susan La Dez, Alexa Brunner und Wolfgang Hundegger unter der Regie von Michael Worsch in die Spielzeit. Eine amüsante Satire des französischen Autors Antoine Rault über den Zusammenhang von seelischer Wohlstandsverarmung und sozialem Aufstieg und über die Möglichkeit, zu einem Miteinander zu kommen. Tragende Säule der Gruppe Dekadenz ist weiters ihr Kabarettprogramm mit bekannten Kabarettisten und solchen, die auf dem Weg dorthin sind: So wird der österreichische Kabarettist Thomas Maurer die Vorpremiere seine neuen Programms in der Dekadenz feiern, unter anderem sind im Herbst auch Ottfried Fischer, Matthias Egersdörfer, Peter Spielbauer, el mago masin oder Anna Piechotta zu Gast. Im Frühjahr hingegen präsentieren Gunkl,  Costanze Lindner, Michael Krebs oder Christine Prayon ihr neuestes Kabarettprogramm. Ab 17. März steht hingegen die zweite Theater-Eigenproduktion auf dem Spielplan, das Stück „Herr Schuster kauft eine Straße“ der jungen deutschen Autorin Ulrike Syha – eine bissige Familienhölle aus geschliffenen Gemeinheiten. Im Brixner Kellertheater sind zudem die Produktionen des MurX-Theaters aus Eppan zu sehen und im Mai runden VonPiderZuHeiss die Spielzeit ab. Neben dem Schauspiel und dem Kabarett ist in der Dekadenz auch der Jazz zuhause, unter anderem mit Konzerten des finnischen Echo-Preisträgers Iiro Rantala am Piano und der Jazzband Unchain Meinhart aus Deutschland.

Theater in der Altstadt Meran

Auch das Theater in der Altstadt in Meran feiert heuer ein Jubiläum – nämlich das 25. Jahr seines Bestehens. Die Spielzeit wird dabei am 8. Oktober mit der Uraufführung der kabarettistischen Revue von Felix Czernmak „Her mit dem Geld“ eröffnet: Finanzkrise, Wirtschaftskrise – wohin geht es mit uns? Licht in dieses Dunkel bringen, unter der Regie von Rudolf Ladurner, die Spieler Andrea Haller, Patrizia Pfeifer, Magdalena Schwellensattl und Thomas Hochkofler mit Musik von Marco Facchin. Ab 3. November steht das Stück „Othello darf nicht platzen“ von Ken Ludwig auf dem Spielplan: eine rasante Verwechslungskomödie, als Schauplatz dient ein mittleres Provinztheater in den USA (oder anderswo). Wiederaufgenommen wird im Theater in der Altstadt zudem das Theaterkabarett „Gretchen 89ff“ von Lutz Hübner, in dem der Autor nachzeichnet, wie Theater funktioniert - oder auch nicht funktioniert. Eine Wahrheit über die Bretter, die die Welt bedeuten mit Andrea Haller und Thomas Hochkofler in einer Inszenierung von Alexander Varesco. Im Dezember 2015 und Jänner 2016 gehört das Theater in der Altstadt den Kindern: Zu sehen ist das Kinderstück „An der Arche um Acht“ von Ulrich Hub, eine Produktion des Theater in der Klemme mit Johanna Porcheddu, Sabine Ladurner, Karin Verdorfer und Raimund Marini. Ende Dezember steht im Theater in der Altstadt eine weitere Premiere an: Das Tanztheaterstück „Lear rauft sein weißes Haar“, frei nach „King Lear“ von William Shakespeare. Martina Marini führt hierbei Regie und zeichnet für die Choreografie verantwortlich; auf der Bühne tanzen und spielen Johanna Porcheddu, Hans Marini, Raimund Marini, Nora Pider und David Bauer.

Stadttheater Bruneck

Mit dem viertägigen „Ivo Barnabò Micheli Filmfestival“ vom 1. bis 4. Oktober beginnt die Spielzeit im Stadttheater Bruneck – einer Retrospektive des Filmregisseurs und Dokumentarfilmers Ivo Barnabò Micheli, dessen Tod sich in diesem Jahr zum zehnten Mal jährt. Ivo Barnabò Micheli (1942-2005) war der erste Filmemacher aus Bruneck und einer der wenigen Regisseure Südtirols, die in Italien und im deutschsprachigen Ausland arbeiteten. Ab 20. November befindet sich im Stadttheater Bruneck „Ein Käfig voller Narren“ in einer Pustertaler Fassung nach Jean Poiret, mit Nik Neureiter, Günther Götsch und dem „Brandner Kaspar Team“. Regie führt Hanspeter Horner. Im Februar feiert das Stadttheater Bruneck eine weitere Premiere, jene des Psychothrillers „Wer hat Agatha Christie ermordet?“ mit Stefan Bockelmann aus der RTL-Serie „Unter uns“ und Thomas Rohmer, der auch Regie führt.  Beim „Felix Mitterer Festival“ ab April zeigt das Stadttheater Bruneck drei Stücke des Tiroler Autors: „Kein Platz für Idioten“ mit Peter Mitterrutzner, Lucas Zolgar, Ingrid Maria Lechner u.a.m., „Ein Bericht für eine Akademie“, bei dem Felix Mitterer selbst auf der Bühne stehen wird, sowie die Tragikomödie „Der Panther“ mit Julia Gschnitzer, Peter Mitterrutzner und Petra Rohregger (Regie: Claus Tröger). Neben dem Theaterangebot für Schulen lädt das Stadttheater Bruneck die Kinder zum Puppentheater, zu „Pippis Lustiplikationen“ und „Der kleine Prinz“ sowie einer Zaubershow und dem Bilderbuchkino ein. Das Kabarettprogramm bestreiten unter anderem Andreas Vitásek, Gunkl und Florian Scheuba, während Saxofour und die Donauwellenreiter den musikalischen Teil der Spielzeit des Stadttheaters Bruneck gestalten.

Kleinkunsttheater Carambolage Bozen

Auch das Bozner Kleinkunsttheater Carambolage eröffnet am 2. Oktober die Spielzeit mit einer Theater-Eigenproduktion: „Wir sind keine Barbaren“ des jungen deutschen Dramatikers Philipp Löhle wurde 2014 in Bern uraufgeführt und ist ein schwarzhumoriges Stück in Zeiten der Flüchtlingsdebatte: Barbara und Mario fachsimpeln mit ihren neuen Nachbarn Paul und Linda über Fitness, Flachbildschirme und veganes Essen und sind mit sich und dem eigenen Leben zufrieden. Doch dann stört ein Fremder die gewohnte Ordnung. Er klopft eines Nachts an die Tür und bittet um Unterkunft. Droht von dem Eindringling aus Asien (oder war es Afrika?) Gefahr oder ist er ein Flüchtling, dem man helfen muss? Ein hochaktuelles Stück über uns Europäer und die anderen, mit Eva Kuen, Margot Mayrhofer, Marc Bernhard und Peter Schorn (Regie Eva Niedermeiser). Unverzichtbarer Bestandteil der Spielzeit in der Carambolage ist der Europäische Kleinkunstwettbewerb „Niederstätter surPrize“, der heuer zum 14. Mal über die Bühne gehen wird, und zwar vom 4. bis 6. November. An drei Abenden präsentieren neun Einzelkünstler und Gruppen aus sieben Nationen ihr nonverbales oder mehrsprachiges Programm und kämpfen um die begehrten Siegertrophäen. Im Jänner steht die Beziehungskomödie „Die Wunderübung“ von Daniel Glattauer auf dem Spielplan, mit Margot Mayrhofer, Günther Götsch und Kai Möller (Regie Helga Walcher). Freunde des Kabaretts können sich in der kommenden Saison auf folgende Gäste freuen: Muttis Kinder, Krista Posch, Markus Barth, Cababoz, Anna Mateur, Stephan Bauer, Gunkl, Die Feisten, Maxi Schafroth, Knuth & Tucek, Luise Kinser und La Santa Rodilla. Es gibt beste Unterhaltung mit dem Improtheater Carambolage, der Lesebühne „MundWerk“ sowie musikalische Highlights mit Luca Aquino, Supper’s Ready, Benno Simma, Martina Iori, Greta Marcolongo, Nachtcafè, The Fabolous Beard, Ferbegy, Trio Oudarc, Jean Ruaz, Serena Finatti, Zeno De Rossi u.v.a. Abgeschlossen wird die Saison im Mai mit einem Autorenstück von Brigitte Knapp zum Thema Mobbing (Regie Torsten Schilling).

stol