Samstag, 08. Dezember 2018

Übergroßer Blickfang in Bozen

Das erste Murales in Italien wurde in Orgosolo (Sardinien) 1969 von Dioniso unterschrieben. Nun hat Südtirol auch eines: An der Kreuzung Roen-/Duca d'Aostastraße hat in Bozen diese Woche Egeon an einer Hauswand die größte Wandmalerei über 7 Stockwerke hoch entstehen lassen.

Foto: DLife
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Foto: DLife

„Gedenke des Schönen“, hat der Künstler, der eigentlich Matteo Picelli heißt, sein Werk genannt. Es zeigt einen Frauentorso, der ins Licht schaut.

Das Licht flimmert durch ein schwarzes Loch. „Es soll Hoffnung geben, auch nach dunklen Augenblicken gibt es wieder Licht und Glück“, erklärt der Künstler sein Werk. Und diese Zuversicht will er gerne jungen Menschen schenken, deshalb sei der Standort auch ideal: genau gegenüber des großen Schulkomplexes in der Roenstraße.

Zwei Jahre Vorlaufzeit hat es gebraucht, bis diese Wandmalerei entstehen konnte. Viele Gespräche mit den Hausbewohnern und Überzeugungsarbeit bei den zuständigen bürokratischen Stellen. Dann allerdings gab es grünes Licht, und in knapp einer Woche hat Picelli sein monochromatisches Aquarellbild gemalt. „Eine untypische Technik für ein Murales“, sagt Egeon. Für ihn hingegen war es die Malkunst, die er am besten beherrscht.

Der 27-Jährige Bozner hat in Trient die Kunstschule besucht und danach an der Accademia von Florenz studiert. Nun ist er nach Bozen zurückgekehrt und beschäftigt sich hauptsächlich mit Aquarellmalerei. Die Arbeit in Bozen ist seine erste ganz große Wandmalerei, bisher hat er eher kleinere Arbeiten in verschiedenen Städten von Europa und Italien realisiert. Nun hofft er, dass er noch weitere in seiner Heimatstadt kreieren darf, denn „ich habe noch viele andere Wände ausfindig gemacht, wo ein Murales gut hinpassen würde.“

Bozen hat viele ungemein spannende Graffitiwände, schon seit Jahren experimentieren bekannte Künstler an öffentlichen Plätzen. Doch Murales gab es bisher keines. Ein Rundgang durch die Stadt lohnt sich.

eva

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stol