Freitag, 20. September 2019

„Walther von der Vogelweide“-Preis geht an Peter Mitterrutzner

Die Stiftung „Walther-von-der-Vogelweide-Preis“ würdigt den Schauspieler Peter Mitterrutzner mit dem Hauptpreis 2019. Ausgezeichnet wird somit ein herausragender Theatermann für sein Lebenswerk. In unzähligen Theaterstücken stand er auf der Bühne, auch in vielen Filmen und Hörspielen hat er mitgewirkt.

Die Stiftung „Walther-von-der-Vogelweide-Preis“ vergibt den diesjährigen Hauptpreis an Peter Mitterrutzner. - Foto: D/pir
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Die Stiftung „Walther-von-der-Vogelweide-Preis“ vergibt den diesjährigen Hauptpreis an Peter Mitterrutzner. - Foto: D/pir

Die Stiftung „Walther-von-der-Vogelweide-Preis“ vergibt alljährlich einen Walther-Preis, im 3-Jahres-Rhythmus wechseln sich der Hauptpreis (5000 Euro), der Förderpreis (4000 Euro) und der Jugendpreis (1000 Euro) ab.

Das Theater spielt im Leben von Peter Mitterrutzner eine Hauptrolle. Alles begann 1968 mit Bruno Hosp und „Peter Mayr – Der Wirt an der Mahr“. Hosp sah das Stück in der Volksbühne Albeins, gegründet von Peter Mitterrutzner. Dieser spielte nicht nur den Freiheitskämpfer von 1809, er inszenierte das Stück auch selber.

Karrierestart am Ritten

Bruno Hosp war überwältigt und lud die Aufführung in das alte Pfarrwidum in Lengmoos/Ritten ein. Das war der Beginn einer beispiellosen Karriere. In der Folge entstanden über 150 Hörspiele und zahlreiche Fernsehaufzeichnungen der Volksbühne Bozen und von vielen anderen Bühnen.

1973 begründeten Bruno und Inga Hosp mit Erich Innerebner und Peter Mitterrutzner die Rittner Sommerspiele in Lengmoos. 30 Jahre lang spielte und inszenierte Mitterrutzner am Ritten.

Peter Mitterrutzner wird für sein Lebenswerk rund um Theater und Schauspiel ausgezeichnet. - Foto: Südtiroler Kulturinstitut

Vom Theater zum Profi-Schauspiel

Unweigerlich führte Mitterrutzners Weg zum Profi-Schauspieler. 1999 inszenierte Ruth Drexel in Telfs Mitterers „Der Held aus dem Westen“. Von Shakespeare bis Schiller, von Peter Hacks bis Stefan Zweig hat Mitterrutzner seither in unzähligen Stücken mitgewirkt. Natürlich spielte er auch „Sibirien“, sein Lebensstück.

Im Jahr 2000 in Telfs dann der nächste Quantensprung: Peter Mitterrutzner spielt mit Julia Gschnitzer in Mitterers „Mein Ungeheuer“. Beide triumphieren in ihren Rollen, die Aufführung wird Sommer für Sommer weiterhin auf den Spielplan gesetzt, und es gibt auch eine Tournee durch Österreich und Südtirol.

Unzählige Filmauftritte

Auch die Filmkarriere von Mitterrutzner beginnt ziemlich früh. 1989 wird, zum 50-jährigen Gedenken an die Südtiroler Option, der Zweiteiler „Verkaufte Heimat“ ausgestrahlt. Peter Mitterrutzner spielt den Handwerker Sepp Rabensteiner, der sich in Giuseppe Pietracorvo umbenennen lässt, damit er von den Faschisten Arbeit bekommt. Ein Meilenstein der Fernsehgeschichte.

Ein paar Jahre später kommt die Fortsetzung, der Zweiteiler „Die Feuernacht“, 1961 bis 1968 während der Bombenjahre handelnd. Mitterrutzner spielt das Schicksal von Sepp Kerschbaumer, Gründer und Leiter des „Befreiungsausschusses Südtirol“.

Seitdem spielt Peter Mitterrutzner in unzähligen Filmen. In „Andreas Hofer – Die Freiheit des Adlers“ (2001) trat er auf, mehrmals in Mitterers Tiroler TATORT-Folgen, kürzlich auch im sogenannten Landkrimi „Sommernachtsmord“.

Im Dienst des Theaters

Mitterrutzner war auch Bundesspielleiter (1981-85) und Obmannstellvertreter (1985-88) des Bundes Südtiroler Volksbühnen. Das bedeutete viele Jahre intensiver Zusammenarbeit mit den sogenannten Laienbühnen, sowie Schulungen, Seminare und Regien in zahlreichen Dörfern und Städten. In Würdigung seiner Verdienste um das Amateurtheater wurde Mitterrutzner 1987 mit dem Verdienstkreuz des Landes Tirol ausgezeichnet.

stol

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