Montag, 17. Dezember 2018

Wissenschaftspreis geht an Paul Videsott

Der diesjährige Südtiroler Wissenschaftspreis geht an den Sprach- und Geisteswissenschaftler Paul Videsott. Er wurde am Montag im NOI Techpark überreicht.

Paul Videsott hat den diesjährigen Wissenschaftspreis erhalten. - Foto: DLife
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Paul Videsott hat den diesjährigen Wissenschaftspreis erhalten. - Foto: DLife

Der Wissenschaftspreises wird im Zweijahresrhythmus an erfahrene Forscher mit einer hohen wissenschaftlichen Reputation vergeben, die gleichzeitig Südtiroler Anliegen in ihre Arbeit einbeziehen. Paul Videsott stammt aus St. Vigil in Enneberg, ist Professor für romanische Sprachwissenschaften und Ladinistik und seit gut einem Jahr Dekan der Fakultät für Bildungswissenschaften in Brixen.

Der Preisträger ist in seiner Forschung der Frage nachgegangen, wie Schriftsprachen entstehen und wie sie sich verändern. Dazu hat der Philologe die Entwicklung der italienischen und der französischen Sprache in der Zeit zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert anhand von tausenden von Schriften analysiert und sie der Entwicklung des Ladinischen gegenübergestellt.

Es sei ihm wichtig gewesen, den Reichtum seiner Muttersprache zu dokumentieren, die ja bekanntlich über keine einheitliche Schriftsprache verfügt, sondern sich in verschiedenen Idiomen gliedert, sagt Videsott im filmischen Portrait, das anlässlich der Preisverleihung produziert wurde. Videsott arbeitet zurzeit an einem Thesaurus, einem Online-Wörterbuch, fürs Ladinische. Er geht darin den Fragen bezüglich Grammatik und Formelehre der Begriffe der unterschiedlichen ladinischen Idiomen nach und dokumentiert sie.

„Es ist eine riesen Freude, wenn man sich für etwas einsetzt und dafür Anerkennung bekommt“, sagte Videsott im Interview mit STOL. Aber noch mehr als die Auszeichnung selbst wiege der Auftrag, der mit dem Preis einhergeht. „Ich werde meine Arbeit weitermachen und nach Möglichkeit noch verbessern und vertiefen“, so Videsott.

„Hat dazu beigetragen, das Ladinische zu bewahren“

In der Begründung der Jury des Südtiroler Wissenschaftspreises heißt es unter anderem, dass Videsott als Sprachwissenschaftler ein internationales Renommee genieße. Seine Forschungsarbeit sei auf hohem wissenschaftlichen Niveau ausgearbeitet. Sie umfasse quantitative Analysen ebenso wie umfassende bibliographische Untersuchungen.

Er habe so die ladinische Schriftsprache dokumentiert und dazu beigetragen, das Ladinische an sich zu bewahren. Damit hat er dieser Minderheitensprache auch international mehr Relevanz verliehen. Auf diese Punkte wies auch Andrea Abel vom Institut für angewandte Sprachforschung von Eurac Research hin, die die Laudatio hielt.

Der Wissenschaftspreis ist mit 15.000 Euro dotiert. Frühere Preisträger des Wissenschaftspreises waren Klaus Seppi (2016), Markus Ralser (2014) und Diego Calvanese (2013).

lpa/stol

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