Dienstag, 08. September 2015

100 Jahre 1. Weltkrieg in den Dolomiten

Die Gemeindeverwaltung von Toblach sowie die Gemeinden von Auronzo und Cortina d’Ampezzo luden gemeinsam mit den drei Tourismusvereinen zu einer Gedenkmesse mit anschließendem Fest zu 100 Jahren 1. Weltkrieg in den Dolomiten ein.

Rund 100 Jahre sind seit dem 1. Weltkrieg vergangen.
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Rund 100 Jahre sind seit dem 1. Weltkrieg vergangen. - Foto: © shutterstock

Der Einladung gefolgt waren die vier Bischöfe von Belluno, Trient, Innsbruck und Südtirol. Weiters begrüßen durften die Organisatoren auch die vier Landeshauptleute von Belluno, Trient, Tirol und Südtirol.

Zum Auftakt hieß der Bürgermeister von Toblach, Herr Dr. Guido Bocher die Anwesenden herzlich Willkommen. Er begrüßte alle zivilen und militärischen Behörden, allen voran die Landesobfrau von Belluno, Frau Daniela Larese Filon, den Landeshauptmann von Trient, Herrn Ugo Rossi, den Landeshauptmann von Innsbruck, Herrn Günther Platter sowie unseren Landeshauptmann Herrn Dr. Arno Kompatscher. Weiters wurde ihm die Ehre zuteil, die Regierungskommissärin Frau Dr. Elisabetta Margiacchi sowie die Generäle D. Federico Bonato und Alberto Primijceri und den Senator Hans Berger herzlich willkommen zu heißen.

Anschließend zogen die Bischöfe der Diozöse Belluno-Feltre, Giuseppe Andrich, der Erzbischof von Trient, Luigi Bressan, der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer sowie unser Bischof aus Südtirol Ivo Muser zum Altar ein.

Die Bischöfe zelebrierten einen bewegenden Gottesdienst im Gedenken der Gefallenen Soldaten vor 100 Jahren. Bischof Muser erinnerte dabei an das große Leid vor 100 Jahren, das über die Menschen im Pustertal und an der Dolomitenfront hereinbrach. Er verurteilte den Ausbruch des Krieges, getrieben von Nationalismus und Hass. Der Bischof von Innsbruck, Manfred Scheuer, sprach in seiner Predigt davon, dass „Krieg den Menschen nicht nur kaputt und arm macht, sondern auch dumm und blöd“. Wie auch Muser appellierte er an die geistige und politische Elite, dass diese alles dafür tun sollten, einen weiteren Krieg zu vermeiden.

Nach der Gedenkmesse segneten die Bischöfe drei Gedenkkränze, welche von den Abordnungen der Schützen von Südtirol, Nordtirol, vom Trentino und von Belluno sowie von den Alpini zu den Kriegerfriedhöfen Nasswand, Fiames und Cortina d’Ampezzo gebracht wurden.

Nach der Kranzsegnung folgten die offiziellen Ansprachen der Landeshauptleute. „Möge dies ein Tag des Friedens und des Miteinanders sein“, sagte die Präsidenten der Provinz Belluno und Bürgermeisterin von Auronzo di Cadore, Frau Daniela Larese Filon. Ihr Trientner Amtskollege Ugo Rossi hob die ernorme Bedeutung dieses Tages hervor: „dass politische, religiöse und militärische Vertreter der vier Regionen Belluno, Südtirol, Nordtirol und Trient sich eingefunden haben, um gemeinsam der Schrecken des Krieges zu gedenken. Günther Platter, der Landesobmann von Tirol mahnte in seinen Grußworten alle Entscheidungsträger zu „niemals mehr Krieg“ auf. Unser Landeshauptmann Dr. Arno Kompatscher sprach über den seit 70 Jahren herrschenden Frieden in Europa und wünschte sich, weiter am Frieden in Europa zu arbeiten.

Mit den Grußworten der Landeshauptleute endet dann auch der formelle Akt und die Kaiserjäger mit ihrem Obmann Dr. Josef Kantner und dem Kapellmeister Oberstleutnant Hannes Apfolterer unterhielten die Anwesenden am Festplatz. Für Speis und Trank sorgten zahlreiche Vereine und freiwillige Helfer. Anschließend an das Konzert der Kaiserjäger traten noch die Musikkapelle von Toblach mit dem Obmann Stefan Taschler und ihrem Kapellmeister Siegisbert Mutschlechner sowie die Böhmische von Toblach auf, welche die zahlreichen Besucher unterhielten.

Der Verein „Sentinelle del Lagazuoi“ unterhielt das Publikum in ihren originalen Uniformen und stellten Waffen und andere Ausrüstungsgegenstände aus der Zeit aus.

Das „Museo nazionale storico degli Alpini“ mit dem Gen. Stefano Basset zeigten weitere Kriegsgegenstände. Im nahegelegenen Hotel Drei Zinnen wurde eine weitere Kriegsausstellung zu Landro und der Familie Baur, Pioniere des Tourismus in den Dolomiten gezeigt. Die Ausstellung kann noch die ganze nächste Woche besucht werden.

Weiters fanden historische Führungen statt und der Familienverband organisierte gemeinsam mit dem Amt für Naturparke ein tolles Kinderprogramm.

Die Organisatoren freuten sich über die zahlreiche Beteiligung von Einheimischen und Gästen, welche an die Schrecken des 1. Weltkrieges, an viel Leid und große Verzweiflung gedachten und bedanken sich bei allen freiwilligen Helfern für ihren großen Einsatz und die Mithilfe bei der Veranstaltung.

stol