Samstag, 16. Mai 2015

Ägyptens Ex-Präsident Mursi zum Tode verurteilt

Noch ein Todesurteil: Nach dem Boston-Bomber in den USA ist nun der ägyptische Präsident Mohammed Mursi wegen Spionage zum Tode verurteilt worden.

Mohammed Mursi soll sterben.
Mohammed Mursi soll sterben.

Der Islamist soll sich demnach Anfang 2011 mit der palästinensischen Hamas und der libanesischen Hisbollah verschworen haben, um einen Gefängnisausbruch zu organisieren.

Es ist dies der zweite Prozess gegen den ehemaligen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi. Weil er Staatsgeheimnisse verraten hat, soll er nun sterben. 

Urteil am 2. Juni bestätigen

Laut US-Nachrichtensender CNN wird sein Gerichtsurteil gemeinsam mit anderen am 2. Juni dem Großmufti Ägyptens, Sheikh Shawki Allam, zur Bestätigung der Gerichtsentscheidungen übergeben.

In dem Prozess während der Revolte gegen Mursis Vorgänger Hosni Mubarak 2011 wurde am Samstag zudem gegen mehr als hundert weitere Angeklagte die Todesstrafe verhängt. Mursi war nach dem Sturz von Machthaber Mubarak im Februar 2011 der erste demokratisch gewählte Präsident Ägyptens.

Durch Militärputsch entmachtet

Mursi wurde im August 1951 im östlichen Nildelta geboren. Er studierte Ingenieurwissenschaften in Kairo und in den USA. Anschließend arbeitete er als Dozent an der Universität Kairo sowie in Kalifornien.

1985 kehrte Mursi nach Ägypten zurück und übernahm eine Professur an der Universität Zagazig (Sharkiya), wo er bis 2010 Leiter der Fakultät für Ingenieurwissenschaften war. Ab 1995 gehörte Mursi zur Führung der islamisch-konservativen Muslimbruderschaft. Nach dem Sturz von Präsident Mubarak wurde er im April 2011 Vorsitzender der neu gegründeten Freiheits- und Gerechtigkeitspartei.

Im Juni 2012 legte er den Amtseid als ägyptischer Staatspräsident ab, im Juli 2013 wurde er durch einen Militärputsch entmachtet. Mursi ist verheiratet und hat vier Söhne und eine Tochter, die beiden ältesten Kinder sind in den USA geboren.

dpa

stol