Samstag, 30. Januar 2016

Akademikerball: Ruhige Demo mit mehreren tausend Teilnehmern

Tausende Teilnehmer haben am Freitag an der Demonstration gegen den „Akademikerball“ in der Wiener Hofburg teilgenommen. Laut Polizei gingen rund 5.000 Personen gegen den mittlerweile von der FPÖ organisierten ehemaligen WKR-Ball auf die Straße, die Organisatoren sprachen von mindestens 8.000 Teilnehmern. Gröbere Zwischenfälle blieben bisher aus, der größte Protestzug war nach 20 Uhr beendet.

Jahr für Jahr wird gegen den Wiener Akademikerball demonstriert. In diesem Jahr verliefen die Kundgebungen verhältnismäßig ruhig.
Jahr für Jahr wird gegen den Wiener Akademikerball demonstriert. In diesem Jahr verliefen die Kundgebungen verhältnismäßig ruhig.

Gegen 17 Uhr hatten sich die Teilnehmer der von der „Offensive gegen Rechts“ ausgerichteten Demonstration vor der Universität beim Schottentor gesammelt. Kurz nach 18 Uhr startete Protestzug seine Route durch die Innenstadt. 

Großteils friedliche Proteste

Einige Polizisten wurden mit Eiern beworfen, vereinzelt wurden Knallkörper gezündet. Zu Beginn der Veranstaltung brannten die Demonstranten auch ein Feuerwerk ab. Besonderen Bezug nahmen die Kundgebungs-Teilnehmer auf die Flüchtlingskrise, auf Transparenten war etwa zu lesen „Geflüchtete willkommen! FPÖ vertreiben. Flüchtlinge bleiben“. Gröbere Zwischenfälle gab es laut Polizei bisher keine.

Unter besonderer Beobachtung der Exekutive stand laut Polizei eine Gruppe rund 70 vermummten Demo-Teilnehmern. Laut Polizeisprecher Johann Golob kam es aber lediglich zu zwei Identitätsfeststellungen. Am Rande der Demonstration wurden auch vereinzelt Sitzblockaden abgehalten.

Zu Kritik unter den Demonstranten führte eine von der Polizei mittels Tretgitter errichtete, rund vier Meter breite Engstelle im Bereich des Stadtparks. Eine derartige Maßnahme verzögere die Demonstration und mache es für die Teilnehmer unangenehm, sagte eine Vertreterin der „Offensive“ gegenüber der APA.

Die Demonstranten wurden dort von der Polizei mittels Kameras gefilmt, was für Kritik sorgte. Seitens der Exekutive begründete man die Einrichtung der Engstelle mit der „verkehrstechnischen Situation“.

2.800 Polizisten im Einsatz

Bis zu 2.800 Polizisten waren insgesamt im Einsatz, um Ballbesucher und Demonstranten zu trennen. Bereist ab 16 Uhr war die Umgebung rund um die Hofburg abgesperrt worden, der Verkehr wurde über die „Zweier-Linie“ umgeleitet.

Beim Ball trafen die ersten Gäste bereits ab 17 Uhr ein, die Eröffnung war für 21 Uhr vorgesehen. Besucht wurde der Event auch heuer wieder von hochrangigen Vertretern der Freiheitlichen Partei, darunter Parteichef Heinz-Christian Strache und FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer.

Strache: Kein Verständnis für Demonstranten

Strache erklärte bei seinem Eintreffen bei der Hofburg gegenüber dem Privatfernsehsender „Puls 4“, er habe kein Verständnis für die Demonstranten: „Ich habe kein Verständnis dafür, wenn rot-grüne Organisationen gegen politisch Andersdenkende, in dem Fall die freiheitliche Partei, so vorgehen und eine Tanzveranstaltung versuchen zu verhindern – und das dann teilweise zu Ausschreitungen und Gewalttätigkeiten geführt hat (...), wie vor zwei Jahren, dann hab ich kein Verständnis.“ Jeder Veranstalter habe das Recht, einen Ball zu organisieren, „so auch wir“, so Strache.

apa

stol