Sonntag, 05. April 2015

Alles über die Sicherheit auf und außerhalb der Pisten

Prowinter bietet die einzigartige Gelegenheit, im Rahmen eines von fünf Ausstellungs-schwerpunkten, der ganz im Zeichen der Notfallausrüstung steht, aktuellste Neuheiten für die Sicherheit am Bergkennenzulernen.

Foto: © D

Sicherheit ist zweifelsohne eines der wichtigsten Themen der diesjährigen Auflage der Prowinter, der einzigen B2B-Messe für Verleih und Service im Wintersport, die vom 9. bis zum 11. April in der Messe Bozen stattfinden wird.

„Nachdem das Skitourengehen bei dieser Messe breiten Raum einnimmt und als Sportart sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit erfreut, war es unumgänglich, einen eigenen Ausstellerbereich für jene Hersteller und Verbände zu reservieren, die im Bereich der Sicherheit auf den Pisten und außerhalb der Pisten tätig sind“, berichtet Gernot Rössler, Präsident der Messe Bozen und selbst begeisterter Skitourengeher. Das Wissen um die Techniken und Instrumente zur Gefahrenprävention und zum bestmöglichen Umgang mit Gefahrensituationen am Berg ist für alle Bergsportler entscheidend, mehr denn je im Wintersport.

Egidio Bonapace, Präsident der Accademia della Montagna, erzählt: „Wir stellen immer wieder fest, dass sich Menschen überschätzen und das Risiko nicht ausreichend wahrnehmen, und dies auch und gerade bei sehr bergerfahrenen Sportlern. Deshalb ist Präventionsarbeit so wichtig, und wir tun dies, indem wir mit unserer Arbeitsgruppe zur Sicherheit am Berg Informationsabende vor Ort organisieren, an denen die Bergrettung, die Bergführer, die Schutzhüttenbetreiber und Vertreter unserer Akademie teilnehmen. In diesem Rahmen wurde – ausgehend von einer lobenswerten Initiative der Bergführer –Nivolab ins Leben gerufen, ein anlässlich der letzten Auflage der Fachmesse Prowinter zum ersten Mal vorgestelltes Instrument, das eine genaue Risikoeinschätzung und Bewertung der Umweltbedingungen ermöglicht, und zwar ausgehend von der jeweiligen Wettersituation und dem Tourengebiet. Die notwendigen Daten werden dabei direkt von den Benutzern anhand ihrer Beobachtungen der realen Situation vor Ort eingegeben”.

„Ursprünglich stand dieses Instrument nur auf dem Papier zur Verfügung“, ergänzt Martino Peterlongo, der Präsident der Trentiner Bergführervereinigung: „doch gibt es seit einigen Monaten nun auch eine eigene, kostenlose App. Diese sehr benutzerfreundliche Anwendung ist auf außerordentlich großes Interesse gestoßen: Bis heute wurde sie bereits über 2.000 Mal heruntergeladen. Das beweist sicher auch, dass das Bewusstsein für dieses Thema gestiegen ist und Bergbegeisterte sehr wohl um die Wichtigkeit einer angemessenen Ausrüstung wissen. Aber natürlich ist das noch nicht genug. In jedem Fall geht es darum, korrekte Verhaltensregeln einzuhalten, riskantes Verhalten zu vermeiden und gegebenenfalls auf die Erfahrung von Experten, wie es z.B. Bergführer sind, zurückzugreifen, bevor man in die Berge geht”.

In den letzten Jahren ist die Zahl der Skitourengeher kontinuierlich gestiegen, auch wenn viele davon kaum entsprechende Erfahrungen aufweisen können und sich bisher fast ausschließlich im gesicherten Gelände oder höchstens direkt neben der Piste aufgehalten hatten, manchmal im Rahmen von Skitourentreffen. Natürlich ändert sich die Situation grundlegend, sobald man ins freie Gelände geht, wo angemessene Erfahrung und eine solide Ausbildung absolut unerlässlich sind, um Unfälle zu vermeiden.

Deshalb ist es so wichtig, dass gerade Institutionen und öffentliche Körperschaften an einem langfristig ausgelegten Mentalitätswandel arbeiten, um die Anzahl von Bergunfällen, die vorwiegend auf Unwissenheit zurückzuführen sind, auf ein Mindestmaß zu senken. Außerdem ist eine angemessene Ausrüstung mit Lawinenverschüttetensuchgerät, Schaufel und Sonde absolut unabdingbar, da man nur so bereits von den Kameraden gefunden und geborgen werden kann, falls es zu einem Lawinenabgang kommen sollte.

Natürlich ist Sicherheit kein Thema, das sich nur auf das Skitourengehen oder auf das Freeriding beschränkt. Auch auf den Pisten ist Sicherheit oberstes Gebot. Heute sind zahlreiche Unternehmen in diesem Bereich tätig, und sie werden bei Prowinter ihre jüngsten Entwicklungen vorstellen.

Aber auch wenn alle Schutz- und Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden, braucht es im Bergsport in jedem Fall angemessene körperliche Voraussetzungen und ein entsprechendes Training, Kenntnis der gebotenen Verhaltensregeln und ausreichend Informationen über das Gebiet und den Schwierigkeitsgrad der Pisten sowie geeignete Ausrüstung. Es geht um einige wenige Grundregeln: Werden diese eingehalten, können alle den Bergsport in seiner ganzen Schönheit genießen, ohne sich und andere zu gefährden.

stol