Sonntag, 20. August 2017

Assad schließt Zusammenarbeit mit dem Westen vorerst aus

Syriens Präsident Baschar al-Assad lehnt jede Zusammenarbeit mit dem Westen ab, solange dieser nicht seine „Verbindungen zum Terrorismus“ kappe.

Assad kritisierte den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan als „politischen Bettler“:
Assad kritisierte den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan als „politischen Bettler“: - Foto: © LaPresse

In einer Rede zur Eröffnung einer Konferenz im Außenministerium in Damaskus schloss Assad am Sonntag eine Sicherheitskooperation genauso aus wie die Eröffnung von Botschaften. Für „einige Staaten, die sagen, dass sie eine Lösung (des Konflikts) anstreben, gibt es keine Rolle“, sagte er nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana.

Die Syrer hätten in dem Bürgerkrieg einen hohen Preis bezahlt, erklärte Assad weiter: „Aber es ist uns gelungen, das Projekt des Westens zum Scheitern zu bringen.“ Der Kampf gehe dennoch weiter, auch wenn es „Anzeichen des Sieges“ gebe. Syrien habe vom ersten Moment an den Terror bekämpft und werde ihn in Kooperation mit seinen Freunden weiterhin an jedem Ort zerschlagen, sagte der Staatschef.

Assad kritisiert Erdogan

Westliche Staaten wie die USA, Deutschland oder Großbritannien hatten ihre Botschaften in Damaskus im Frühjahr 2012 geschlossen. Zuletzt gab es aber immer wieder Spekulationen, sie könnten sich am Wiederaufbau zerstörter Regionen in dem Bürgerkriegsland beteiligen. Syrische Regierungskräfte hatten in den vergangenen Monaten durch militärische Erfolge die Oberhand in dem Konflikt gewinnen können.

Assad kritisierte den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan als „politischen Bettler“, der mit „der Unterstützung von Terroristen“ bloßgestellt worden sei. Die Türkei sei nicht vertrauenswürdig. Die Regierung in Ankara unterstützt syrische Rebellen und ist neben Syriens Verbündeten Russland und Iran eine der Garantiemächte bei der Durchsetzung der Waffenruhe in den syrischen Deeskalationszonen.

dpa

stol