Sonntag, 22. April 2018

Berufungsverfahren über Radovan Karadzic startet vor UN-Tribunal

Der Prozess um den Völkermord in Srebrenica gegen den Ex-Serbenführer Radovan Karadzic (72) geht in die letzte Runde. Im Berufungsverfahren, das am Montag in Den Haag beginnt, will Karadzic eine Aufhebung seines Schuldspruches erreichen.

Ex-Serbenführer Radovan Karadzic sieht sich selbst als Opfer eines „politischen Prozesses“.
Ex-Serbenführer Radovan Karadzic sieht sich selbst als Opfer eines „politischen Prozesses“. - Foto: © APA/AFP

Das UN-Kriegsverbrechertribunal zum früheren Jugoslawien hatte ihn 2016 in erster Instanz für den Völkermord von Srebrenica 1995, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 40 Jahren Haft verurteilt. 

Karadzic ficht das Urteil an, da er aus seiner Sicht Opfer eines „politischen Prozesses“ war. Auch die Anklage hatte Berufung gegen das Urteil eingelegt und will eine lebenslange Haftstrafe erreichen.

Das Massaker von Srebrenica gilt als das größte Kriegsverbrechen auf europäischem Boden seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Serbische Einheiten hatten die damalige UN-Schutzzone überrannt und danach rund 8.000 muslimische Männer und Jungen ermordet.

Für die Anhörung sind zwei Tage angesetzt

Karadzic war als politisch Verantwortlicher schuldig gesprochen worden. Als militärischer Oberbefehlshaber war der serbische Ex-General Ratko Mladic Ende 2017 zu lebenslanger Haft verurteilt worden – auch für den Völkermord von Srebrenica.

Das UN-Gericht hat zwei Tage für die Anhörungen angesetzt. Ein Urteil wird erst in einigen Monaten erwartet.

dpa

stol