Donnerstag, 11. Januar 2018

Bulgarien will in den Euro

Bulgarien will sich in den nächsten sechs Monaten offiziell um den Beitritt zur Eurozone bewerben. Dies sagte Finanzminister Wladislaw Goranow am Donnerstag in Sofia. Sein Land erfülle alle formalen Kriterien und arbeite bereits seit Jahren mit einem festen Wechselkurs zum Euro.

Finanzminister Goranow meinte, dass Bulgarien in keiner Weise den Euro oder die Eurozone als Ganzes gefährden könne. Der Beitritt aller Länder zur Eurozone könne die Eurozone stärken.
Finanzminister Goranow meinte, dass Bulgarien in keiner Weise den Euro oder die Eurozone als Ganzes gefährden könne. Der Beitritt aller Länder zur Eurozone könne die Eurozone stärken. - Foto: © shutterstock

Bulgarien hat nach eigenen Angaben ein Wirtschaftswachstum von 3,9 Prozent, einen Haushaltsüberschuss und eine Verschuldung von nur 26,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Nach dem offiziellen Antrag zur Aufnahme in die Gemeinschaftswährung folgt zunächst eine Beobachtungsphase von mindestens zwei Jahren im sogenannten Wartezimmer, in der überprüft wird, ob die Kriterien dauerhaft eingehalten werden.

Bulgarien ist ärmstes Land der Europäischen Union

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wirbt dafür, dass alle EU-Länder auch in den Euro aufgenommen werden. Derzeit sind es nur 19 der 28 Mitgliedsstaaten. Für Bulgariens Bewerbung hatte er schon im Herbst seine Unterstützung erklärt. In Deutschland erhebt unter anderem die CSU heftige Bedenken. Bulgarien ist das ärmste Land der Europäischen Union.

Finanzminister Goranow sagte jedoch: „Wir sind ein kleines Land mit guten Indikatoren. Wir können in keiner Weise den Euro oder die Eurozone als Ganzes gefährden. Der Beitritt aller Länder zur Eurozone kann die Eurozone stärken.“

apa/dpa

stol